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Einsatz 19 von 52 Einsätzen im Jahr 2019
Alarmstichwort: PW
Kurzbericht: Pferd und Reiter im Wasser
Einsatzort: Sonnenberg: Hasselkampsee
Alarmierung : Alarmierung per DME

am 02.04.2019 um 16:37 Uhr

Einsatzende: 17:47 Uhr
Einsatzdauer: 1 Std. und 10 Min.
Fahrzeuge im Einsatz: Tanklöschfahrzeug Einsatzleitwagen Rüstwagen Drehleiter
alarmierte Einheiten:
Sonnenberg
Wedtlenstedt

Einsatzbericht:

Ross und Reiter „scheuten“ nicht das kalte Wasser
 
Zu einem nicht alltäglichen Einsatz wurde der Löschzug um 16:36 Uhr, zusammen mit der Ortsfeuerwehr Sonnenberg und der von den Ortsfeuerwehren Sierße/Fürstenau und Wedtlenstedt gestellten Bootsgruppe, zum Hasselkampsee (nordwestlich von Sonnenberg gelegen) alarmiert. Das Einsatzstichwort lautete „Wasserunfall“ mit der Bemerkung „Pferd im Wasser“.

Vorgefunden wurde ein Pferd (Rasse Spanier) im Bereich der Uferböschung einer Halbinsel. Gesichert wurde das Tier bereits vom Reiter von der Wasserseite und von Land aus von den Einsatzkräften der Ortsfeuerwehr Sonnenberg mittels eines B-Schlauches und Gurten. Vom Sonnenberger Ortsbrandmeister war bereits von der Berufsfeuerwehr Braunschweig der Feuerwehrkran angefordert worden um das schwere Tier aus dem Wasser retten zu können. Allerdings war der Kran aufgrund eines parallel laufenden Rüstzugeinsatzes der Feuerwehr Braunschweig nicht verfügbar.

Wir haben uns daher entschlossen die Rettung des Pferdes mit der Drehleiter durchzuführen. Zunächst rüsteten sich aber zwei Einsatzkräfte mit Überlebensanzügen aus. Ein Kamerad unterstützte dann den Reiter von der Wasserseite aus. Mit tatkräftiger Unterstützung der Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren Wedtlenstedt und Sierße/Fürstenau wurde dann mit Bügelsägen eine ca. 2,5 m breite Schneise vom Parkplatz zur Einsatzstelle durch dünnes Gehölz gesägt. Nun war der Unterflureinsatz der Drehleiter möglich.

Nachdem ein spezielles für die Tierrettung vorgesehenes Tuch unter das Pferd gezogen war, und es unserer erfahrenen Drehleiterbesatzung gelungen war, das Hubrettungsgerät in die Nähe der Böschung zu manövrieren, aufzustellen und abzustützen, wurde das „Tierrettungsgeschirr“ in die Leiterspitze eingehängt. Kritisch war beim nun anstehenden Bergungsmanöver allerdings die Differenz zwischen dem vermuteten Gewicht des Pferdes (600 kg) und der max. Belastung der Leiterspitze (400 kg). Da, aber sowohl die Sonnenberger Haltemannschaft als auch das Pferd selbst den Hubvorgang unterstützten, gelang die Pferderettung problemlos.

Ursache für die „Badeaktion“ von Ross und Reiter war, dass das Tier bei einem Ausritt auf der Ostseite des Sees plötzlich scheute und mitsamt dem Reiter das Wasserbad suchte. Gemeinsam schwammen Ross und Reiter dann quer über den See zur Halbinsel, wohl in der Hoffnung dort am flacheren Ufer wieder an Land steigen zu können. Das gelang dann allerdings nur mit der geschilderten Feuerwehrunterstützung.

Ross und Reiter waren durch den langen Aufenthalt im noch eiskalten Wasser stark unterkühlt und wurden nach der Rettungsaktion vom Rettungsdienst und einer Notärztin – das Ross von einem herbeigerufenen Tierarzt – behandelt. Das Pferd wurde nach der Behandlung in den warmen Stall geführt.

Der Reiter muss aufgrund der starken Unterkühlung eine Nacht im Krankenhaus verbringen … - wir wünschen dem „Reiter zu Wasser“ - unserem Kameraden - auf diesem Weg gute Besserung. Demnächst setzen wir wieder gemeinsam ein und „scheuen“ vor nichts zurück …

Text: Michael Hanne / Fotos: Feuerwehr

Hilfeleistung vom 02.04.2019  |  (C) Feuerwehr Vechelde-Wahle (2019)Hilfeleistung vom 02.04.2019  |  (C) Feuerwehr Vechelde-Wahle (2019)Hilfeleistung vom 02.04.2019  |  (C) Feuerwehr Vechelde-Wahle (2019)