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Der Löschangriff der Feuerwehr ist um so wirksamer, je näher der Angriffstrupp an den Brandherd herankommt. Jedoch nimmt hier nicht nur die Wärme, sondern vor allem auch der Rauch und Qualm zu.

Um die Einsatzkräfte vor diesen tödlichen Gefahren zu schützen, gab es bereits im 19. Jahrhundert zahlreiche Erfindungen und Patente, die sich mit den Fragen des Atemschutzes befassten.

Wichtige Weiterentwicklungen brachte der Erste Weltkrieg, in dem erstmals Giftgase zu Kampfzwecken eingesetzt wurden, was bedauerlicherweise die Notwendigkeit von Atemschutz auch auf militärischem Gebiet deutlich machte.

Mit der Entwicklung des Pressluftatmers DA 58/1600 im Jahre 1958 begann der Pressluftatmer seinen Siegeszug als universell einsetzbares Atemschutzgerät in Deutschland. Bei den Nachfolgemodellen wurden immer weitere Verbesserungen umgesetzt, so dass wir heute über Pressluftatmer verfügen, die ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Tragekomfort darstellen.

Atemschutzgeräte schützen die vorgehenden Trupps nicht nur vor toxischem Brandrauch, sondern auch bei Einsätzen mit gefährlichen Stoffen und Gütern.

Der Einsatz von Atemschutz ist heute eine Selbstverständlichkeit und wichtiger Bestandteil bei den einsatztaktischen Maßnahmen der Feuerwehr.

Bevor jedoch ein Feuerwehrkamerad unter Atemschutz eingesetzt werden darf, muss dieser sich einer ärztlichen Untersuchung nach dem Grundsatz G 26.3 („schwerer Atemschutz“) unterziehen. Diese Untersuchung beinhaltet u. a. ein Belastungs-EKG, Augen- und Hörtest.

Die Untersuchung nach G 26.3 muss bis zum fünfzigsten Lebensjahr alle drei Jahre, danach jedes Jahr durchgeführt werden.

Des Weiteren muss der Feuerwehrkamerad nach der ersten erfolgten Untersuchung einen Atemschutzlehrgang in der Feuerwehrtechnischen Zentrale Peine (FTZ) mit Erfolg absolvieren.

Neben den vorgenannten Punkten ist jährlich ein Leistungsnachweis in der FTZ Peine und ein Einsatz oder eine Übung unter Atemschutz notwendig. Dies ergibt sich aus der Feuerwehrdienstvorschrift 7 - Atemschutz (FwDV 7).

Um die Einsatzfähigkeit jedes einzelnen Atemschutzgeräteträgers (AGT) in der Gemeinde Vechelde zu erhalten, fordern wir mind. zwei Leistungsnachweise in der FTZ Peine oder in vergleichbaren Objekten.

In der Gemeinde Vechelde wurden in den letzten Jahren zusätzlich jeweils ein Leistungsnachweis im Kraftwerk Mehrum und im VW-Werk Salzgitter angeboten, um für Abwechslung zu sorgen.

Es wurden bereits Atemschutzübungen mit Realfeuer, z. B. in einer alten Kaserne, durchgeführt.

Auch in Zukunft werden diese Sonderveranstaltungen weitergeführt, um die Leistungsfähigkeit unserer AGT zu erhalten.

Eine regelmäßige Schulung der AGT wird durch die Atemschutzbeauftragten auf Ortsebene und durch den Fachbereich Atemschutz in der Gemeindeausbildung gewährleistet.

Derzeit wird die Einsatzbereitschaft durch ca. 130 AGT in der Gemeinde Vechelde sichergestellt.

Der Feuerwehrschwerpunkt Vechelde-Wahle verfügt derzeit über 33 atemschutztaugliche Einsatzkräfte.

Des Weiteren ist auf Gemeindeebene ein Fachzug Atemschutz aufgestellt, der vom Einsatzleiter angefordert werden kann und insbesondere zusätzliche AGT zur Verfügung stellt. Außerdem ist bei der Ortsfeuerwehr Sierße/Fürstenau ein Logistikfahrzeug stationiert, mit dem bei Bedarf Einsatzstellen auch mit Atemschutzgeräten versorgt werden können.