Ohne Atemschutz geht nichts!  „Atemschutzspaziergang“ zum Jahresabschluss

Säuredämpfe, Ammoniak, nitrose Gase, Laugendämpfe, Kohlenstoffmonoxid, Kohlenstoffdioxid, Blausäure, Schwefelwasserstoff, Schwefelkohlenstoff, um nur einige Beispiele zu nennen, sind Atemgifte denen Feuerwehreinsatzkräfte ausgesetzt sein können. Deshalb müssen bei fast allen Brandeinsätzen und vielen Technischen Hilfeleistungen die vorgehenden Trupps Atemschutzgeräte tragen.

Bei fast allen Feuerwehren werden von daher „Isoliergeräte“ vorgehalten. Bei dieser Art von Atemschutzgeräten führt der Atemschutzgeräteträger die notwendige Atemluft in Druckluftflaschen mit sich, daher wird dieser Gerätetyp auch als Pressluftatmer (PA) bezeichnet.

Besondere Anforderungen werden gemäß Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 an die Atemschutzgeräteträger (AGT) gestellt:

  • Die körperliche Eignung (wird im Rahmen von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen festgestellt).
  • Besuch eines Atemschutzgeräteträger-Lehrganges.
  • Regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen und Wiederholungsprüfungen.
  • Zum Einsatzzeitpunkt gesund sein und sich einsatzfähig fühlen (= Eigenüberwachung).


Damit AGT als tauglich eingestuft werden können, müssen sie jährlich folgende Leistungen erbringen:

  • An einer theoretischen Unterweisung teilnehmen.
  • Eine Belastungsübung in einer nach DIN 14 093 gestalteten Atemschutz-Übungsanlage oder einer gleichwertigen Anlage durchführen. Bei dieser Übung ist mit dem Atemluftvorrat von 1.600 Litern eine Gesamtarbeit von 80 kJ (ab dem 50. Lebensjahr von 60 kJ) zu erbringen.
  • Eine Einsatzübung unter Atemschutz durchführen, alterativ an einem Einsatz unter Atemschutz teilnehmen.


Ziel der Mitglieder des Ortskommandos des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde/Wahle war es in diesem Jahr möglichst viele Einsatzkräfte in einem einsatztauglichen Zustand als AGT zu halten. Dazu wurden viele Ausbildungsveranstaltungen durchgeführt. Besonders ideenreich waren unsere Kameraden Kai Hertweck und Hendrik Geerken, die auch Übungsmöglichkeiten in einer Turnhalle erschlossen.

Einen Abschluss fand unser „Atemschutzjahr“ jetzt aktuell mit einem „Atemschutzspaziergang“ durch das Vechelder Einkaufszentrum an dem auch Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Bettmar und Sonnenberg teilnahmen. „Spaziergang“ ist in diesem Zusammenhang allerdings nicht das passende Synonym für die durchgeführte Übung. So gingen die Atemschutzgeräteträger nicht unbelastet durch das Einkaufszentrum; vielmehr mussten eine Kameradin und ein Kamerad liegend in zwei Schleifkorbtragen mitgeführt werden und im REWE-Markt Getränkekisten gestapelt werden. Ständig standen die AGT per Sprechfunk in Kontakt, sodass auch die Kommunikation bei aufgesetzter Atemschutzmaske geübt wurde.

Während die AGT unterwegs waren, bereiteten der Ortsbrandmeister und der Gerätewart die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft der Pressluftatmer vor. Atemluftflaschen, Lungenautomaten und Atemanschlüsse (=Atemschutzmasken) wurden bereitgelegt und die umfängliche Dokumentation der Wiederaufrüstung der Atemschutzgeräte vorbereitet.

Diese „Jahresabschlussübung“ fand den endgültigen Abschluss mit Bratwürsten und Getränken … und soll im nächsten Jahr wiederholt werden.

Nach dieser letzten Atemschutzübung in diesem Jahr konnte Ortsbrandmeister Michael Hanne in der am nächsten Tag durchgeführten Kommandositzung feststellen, dass das Setzen des Ausbildungsschwerpunktes Atemschutz in diesem Jahr zielführend war. Von den aktuell 27 verfügbaren Atemschutzgeräteträgern des Schwerpunktes sind derzeit 26 tauglich.

Damit geben wir uns aber noch nicht zufrieden und haben zwei neue Ziele für das kommende Jahr:

  • Abschluss des Jahres 2023 mit dann über 30 Atemschutzgeräteträgern.
  • Da auf Gemeindeebene keine Einsatzregeln verfügbar sind, Ausbildung der AGT auf Basis eines von einigen Führungskräften erstellten Taktikkonzeptes.

Und wer uns dabei als neues Mitglied des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde/Wahle unterstützen will, der ist uns willkommen – komm mach mit!

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