Am Samstag, den 5. September 2026, wird es um 12:00 Uhr im Landkreis Peine wieder laut: Die neuen Sirenen werden im Rahmen des monatlichen Probealarms getestet. Dabei ertönt für etwa 15 Sekunden ein Dauerheulton. Für die Bevölkerung besteht keine Gefahr.
Mit dem neuen Sirenenwarnsystem kehrt ein Warnmittel zurück, das viele Menschen noch aus früheren Zeiten kennen – allerdings mit moderner Technik und einem völlig neu geplanten Netz.
Vom alten Sirenennetz zum modernen Warnsystem
Über viele Jahrzehnte gab es auch im Landkreis Peine ein flächendeckendes Sirenennetz. Viele der damaligen Anlagen waren elektromechanische Sirenen, unter anderem vom bekannten Typ E57. Die Technik war teilweise bereits mehrere Jahrzehnte alt und hätte umfangreiche Instandsetzungs- und Erneuerungsmaßnahmen erforderlich gemacht.
Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde die Gefahr eines militärischen Konflikts in Deutschland deutlich geringer eingeschätzt. Gleichzeitig verlagerte sich die Alarmierung der Feuerwehren zunehmend auf Funkmeldeempfänger. Viele Sirenen verloren damit ihre ursprüngliche Bedeutung und das bestehende Netz wurde nach und nach zurückgebaut.
Inzwischen haben sich die Rahmenbedingungen wieder verändert. Die sicherheitspolitische Situation in Europa und der Welt hat den Zivil- und Bevölkerungsschutz erneut stärker in den Fokus gerückt. Gleichzeitig zeigen Starkregen, Hochwasser, Stürme und andere Extremwetterereignisse, wie wichtig es ist, die Bevölkerung schnell und über mehrere voneinander unabhängige Wege warnen zu können.
Der Landkreis Peine entschied sich deshalb für den Aufbau eines neuen flächendeckenden Sirenenwarnsystems.
Moderne Technik mit vielen Vorteilen
Dabei wurde nicht einfach das alte Netz wiederhergestellt. Die neuen elektronischen Sirenen bieten gegenüber den früheren elektromechanischen Anlagen zahlreiche Vorteile.
Da für die Tonerzeugung keine schnell rotierenden mechanischen Komponenten wie bei den früheren Motorsirenen benötigt werden, sind die modernen Anlagen wartungsarm und wartungsfreundlich.
Besonders wichtig für den Bevölkerungsschutz ist außerdem die Akku-Pufferung der Standorte. Fällt beispielsweise bei einem Unwetter oder einer anderen größeren Schadenslage die öffentliche Stromversorgung aus, steht mit den Sirenen weiterhin ein Warnmittel zur Verfügung.
Elektronische Sirenensysteme bieten – abhängig von ihrer jeweiligen Ausstattung – zudem deutlich mehr technische Möglichkeiten als die früheren elektromechanischen Anlagen.
Auch die Standorte wurden beim Neuaufbau optimiert. Mithilfe von Schallberechnungen wurde ermittelt, wo und mit welcher Leistung Sirenen benötigt werden, um eine möglichst gute Abdeckung zu erreichen.
Auch in der Gemeinde Vechelde befinden sich zahlreiche neue Sirenen. Jede Ortschaft verfügt über mindestens einen Standort. Eine der neuen Anlagen ist auch bei uns weithin sichtbar: direkt am Feuerwehrhaus des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde-Wahle in Vechelde.
Für viele noch bekannt: der frühere Probealarm
Viele Bürgerinnen und Bürger werden sich noch daran erinnern: Am ersten Samstag im Monat um 19:00 Uhr heulten früher die Sirenen.
Der damalige Probealarm dauerte etwa eine Minute, wobei die Sirene dreimal aufheulte. Gleichzeitig wurden die Funkmeldeempfänger der Feuerwehrangehörigen getestet.
Mit dem Rückbau der Sirenen verschwand dieser hörbare Teil des Probealarms. Die regelmäßige Überprüfung der Feuerwehralarmierung blieb jedoch bestehen. Auch heute werden die digitalen Funkmeldeempfänger sowie das ergänzende Alarmierungssystem über eine Alarmierungs-App regelmäßig überprüft.
Nun kommen auch die Sirenen wieder hinzu – allerdings mit einem anderen Signal.
Die neuen Sirenensignale
⚠️ Warnung der Bevölkerung:
1 Minute auf- und abschwellender Heulton.
Es besteht eine Gefahr. Ruhe bewahren, möglichst ein Gebäude aufsuchen, Fenster und Türen schließen und über Radio, Warn-Apps sowie die offiziellen Kanäle der Behörden weitere Informationen einholen. Anweisungen der Behörden sind zu beachten.
✅ Entwarnung:
1 Minute gleichbleibender Dauerheulton.
Die unmittelbare Gefahr ist vorüber. Dennoch sollten die offiziellen Informationen zunächst weiterverfolgt werden.
🔊 Probealarm:
15 Sekunden Dauerheulton.
Der kurze Ton dient ausschließlich der technischen Funktionsprüfung. Es besteht keine Gefahr.
Genau diese drei Signale und ihre Bedeutung stellt auch die offizielle Information des Landkreises dar.
Künftig wieder jeden ersten Samstag
Der Probealarm findet künftig am ersten Samstag eines Monats um 12:00 Uhr statt. Neben den digitalen Funkmeldeempfängern und dem ergänzenden Alarmierungssystem werden damit nun auch wieder die Sirenen regelmäßig überprüft.
Los geht es am:
📅 Samstag, 5. September 2026
⏰ 12:00 Uhr
🔊 15 Sekunden Dauerton
✅ Keine Gefahr!
Die Sirene ist dabei nur ein Teil des sogenannten Warnmittelmixes. Im Ernstfall stehen zusätzlich beispielsweise Cell Broadcast, Warn-Apps wie NINA und BIWAPP, Radio, Fernsehen und weitere Informationskanäle zur Verfügung.
Die große Stärke der Sirene bleibt ihr hoher Weck- und Aufmerksamkeitscharakter: Sie macht uns darauf aufmerksam, dass etwas passiert ist und wir uns informieren müssen.
Wir freuen uns auf den ersten Probealarm am kommenden Samstag – und hoffen natürlich, dass wir die neuen Sirenen darüber hinaus möglichst selten im Ernstfall hören müssen.
Denn wenn die Sirene außerhalb eines angekündigten Probealarms warnt, gilt:
Sirene hören – Ruhe bewahren – Schutz suchen – Informationen einholen – Anweisungen beachten.


