Am vergangenen Wochenende hatten drei unserer Kameraden die Möglichkeit, an einer intensiven Heißausbildung auf dem Gelände der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Gifhorn teilzunehmen.
Für das Ausbildungswochenende hatte die Firma Atemschutz Röser aus Rötha in Sachsen zwei ihrer mobilen, feststoffbefeuerten Übungsanlagen auf dem Gelände der FTZ aufgebaut: eine Brandübungsanlage (BÜA) sowie eine Rauchgasdurchzündungsanlage (RDA). Beide Anlagen setzen unterschiedliche Ausbildungsschwerpunkte und ermöglichen es, das Verhalten von Feuer, Rauch und Hitze unter kontrollierten Bedingungen unmittelbar zu erleben.
Gerade für Atemschutzgeräteträger ist eine solche Ausbildung besonders wertvoll. Denn theoretisches Wissen und regelmäßige Übungen bilden zwar die unverzichtbare Grundlage – die Dynamik eines realen Brandes und die damit verbundenen Belastungen lassen sich jedoch nur begrenzt im normalen Ausbildungsdienst darstellen.
🔥 Brandübungsanlage (BÜA) – Arbeiten unter realistischen Bedingungen
In der Brandübungsanlage (BÜA) stand das praktische Vorgehen unter hoher Wärmebelastung im Mittelpunkt. Trainiert wurden unter anderem der Innenangriff, die Kommunikation und Zusammenarbeit im Trupp sowie der gezielte Einsatz des Strahlrohres.
Dabei wurde deutlich, wie wichtig auch unter körperlich fordernden Bedingungen ein ruhiges, abgestimmtes und taktisch richtiges Vorgehen ist.
Ein großer Vorteil war, dass mit gleicher beziehungsweise baugleicher Ausrüstung gearbeitet werden konnte, wie sie auch bei uns im Einsatz verwendet wird. Dazu gehörten unter anderem die vertrauten Hohlstrahlrohre, entsprechendes Schlauchmaterial und die gewohnte Atemschutzausrüstung.
So konnten Handgriffe und taktische Abläufe unter Hitze und körperlicher Belastung mit vertrauter Technik trainiert werden – denn gerade unter schwierigen Einsatzbedingungen muss deren Bedienung möglichst sicher und routiniert funktionieren.
🌡️ Rauchgasdurchzündungsanlage (RDA) – Feuer lesen und Gefahren erkennen
In der Rauchgasdurchzündungsanlage (RDA) lag der Schwerpunkt dagegen auf der Beobachtung und Beurteilung der Brandentwicklung.
Wie verändert sich der Brandrauch? Wie bilden und verändern sich Rauchschichten? Wie breitet sich die Wärme innerhalb eines Raumes aus? Welche Veränderungen im Rauch- und Flammenbild kündigen eine zunehmende Gefahr an?
Unter kontrollierten Bedingungen konnten unterschiedliche Brandphasen bis hin zur Rauchgasdurchzündung beobachtet und die damit verbundenen Gefahren erläutert werden.
Das sogenannte „Lesen des Feuers“ spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Rauch, Wärme und Flammen liefern wichtige Hinweise auf die Entwicklung der Situation. Diese Anzeichen frühzeitig wahrzunehmen und richtig zu beurteilen, kann für das weitere taktische Vorgehen eines Atemschutztrupps von entscheidender Bedeutung sein.
👨🚒 Praxiswissen aus erster Hand
Eine Besonderheit des Ausbildungswochenendes war auch die Zusammensetzung des Ausbilderteams.
Unser Kamerad Jens war selbst als Ausbilder tätig und hatte sich bereits im Vorfeld maßgeblich in die Organisation eingebracht. Unterstützt wurde die Ausbildung unter anderem durch weitere Ausbilder, die teilweise auch hauptberuflich im Feuerwehrdienst tätig sind und nebenberuflich in der Heißausbildung arbeiten.
Dadurch konnten die Ausbildungsinhalte immer wieder mit konkreten Situationen und Erfahrungen aus dem Einsatzdienst verknüpft werden. Neben den praktischen Übungen ergaben sich so zahlreiche fachliche Gespräche und ein wertvoller Erfahrungsaustausch.
Für unsere drei Teilnehmer war das Wochenende damit weit mehr als nur eine Belastungsübung unter hohen Temperaturen. Im Mittelpunkt standen das Verständnis der Branddynamik, das Erkennen von Gefahren und das sichere taktische Handeln unter möglichst realitätsnahen Bedingungen.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun auch in unsere weitere Atemschutzausbildung einfließen und so innerhalb unserer Feuerwehr weitergegeben werden.
🙏 Vielen Dank!
Ein besonderer Dank gilt der Firma Atemschutz Röser und den beteiligten Ausbildern für die professionelle Durchführung, die Bereitstellung der beiden mobilen Übungsanlagen und die praxisnahe Vermittlung der Ausbildungsinhalte.
Ein großes Dankeschön geht an unseren Kameraden Jens, der neben seiner Tätigkeit als Ausbilder auch einen wesentlichen Teil der Organisation übernommen hat.
Ebenso bedanken wir uns bei den Mitgliedern unseres Kleiderkammer-Teams, die bei der Vorbereitung und Organisation tatkräftig unterstützt haben.
📸 Ein herzliches Dankeschön geht außerdem an Sandra Meyer von dasBildprojekt für die fotografische Begleitung und die beeindruckenden Aufnahmen, die während der Ausbildung entstanden sind und die besonderen Eindrücke dieses Wochenendes hervorragend festhalten.
Am Ende bleibt eine wichtige Erkenntnis:
Man kann viel über Feuer und Brandentwicklung lernen – es unter kontrollierten Bedingungen selbst zu erleben, zu beobachten und richtig beurteilen zu müssen, ist noch einmal etwas völlig anderes.
🔥 Trainieren für den Ernstfall – damit im Einsatz jeder Handgriff sitzt und Gefahren rechtzeitig erkannt werden. 🚒






























































