Feuer mit Menschenleben in Gefahr

Datum: Dienstag 04.12.2007 um 04:23
Alarmierungsart: Sirene
Dauer: 7 Stunden 37 Minuten
Einsatzart: Brand > F2ML
Einsatzort: Denstorf: Heerstrasse
Fahrzeuge: TLF 16/25, RW 1, TLF 8 (W), LF 8, LF 8/6
Weitere Kräfte: Bettmar, Denstorf-Klein Gleidingen, Vallstedt-Alvesse, Wedtlenstedt


Einsatzbericht:

Feuer in Denstorf – Menschenleben in Gefahr

Mit dem Einsatzstichwort F2ML – Standardfeuer, Menschen in Gefahr – alarmierte die Integrierte Regionalleistestelle um 04:23 Uhr zunächst die Ortsfeuerwehr Denstorf und die Feuerwehrstützpunkte Vechelde und Wahle sowie den in der Rettungswache Vechelde stationierten RTW zu einem ausgedehnten Wohnungsbrand in der Heerstraße (B 1). Die Einsatzkräfte fanden das Wohnhaus, in dem 10 Personen in drei Geschossen wohnten, größtenteils verraucht vor. Im ausgebauten Dachgeschoss machten sich zwei Personen am Fenster bemerkbar. Dieses Fenster war durch Brandgase und Wärme, die aus dem Erdgeschoss aufstiegen, beaufschlagt. Das junge Pärchen wurde sofort über eine vierteilige Steckleiter gerettet und dem Rettungsdienst übergeben. Eine weitere Person wurde auf der Gebäuderückseite, ebenfalls über eine Steckleiter, gerettet und eine vierte Person konnte erst nach einer längeren Suchaktion von einem Atemschutztrupp im inzwischen völlig verrauchten 1. Obergeschoss gefunden und an den Rettungsdienst übergeben werden. Dramatisch war, dass eine Person aus dem inneren des Gebäudes immer wieder in der Integrierten Leitstelle anrief, um gerettet zu werden. Für die eingesetzten Atemschutzgeräteträger und die Führung führte dies zu erheblichem „Einsatzstress“.

Die erste Lageerkundung, die vom Rettungsdienst unterstützt wurde, brachte die Erkenntnis, dass von den 10 dort gemeldeten Personen sich bereits sechs vor dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte ins Freie retten konnten.

Im Zuge der teilweise dramatischen Rettungsaktionen wurden weitere Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Vechelde nachalarmiert. So brachten die Ortsfeuerwehren Bettmar und Vallstedt/Alvesse weitere Atemschutzgeräte und Atemschutzgeräteträger zur Einsatzstelle. Zeitweise waren sechs Trupps unter Atemschutz im Gebäude eingesetzt. Dies erforderte besondere Maßnahmen zur Überwachung der eingesetzten Trupps und hinsichtlich des Nachschubes an Atemschutzgeräten. Schließlich wurde von der Stadt Braunschweig im Rahmen der Nachbarschaftshilfe ein spezieller Abrollbehälter mit Atemschutzgeräten nachgefordert.

Zur Betreuung der Verletzten – insgesamt wurden 4 Kinder und 5 Erwachsenen in das Peiner Krankenhaus und in das Städtische Klinikum Braunschweig transportiert – wurden insgesamt 2 Rettungswagen aus Peine und 3 aus Braunschweig eingesetzt. Zusätzlich waren je ein Notarzteinsatzfahrzeug aus dem Landkreis Peine und aus der Stadt Braunschweig am Einsatzort. Der Rettungsdiensteinsatz wurde vom OrgL Peine (=Organisatorischer Leiter Rettungsdienst) und von der Leitenden Notärztin aus Braunschweig koordiniert. Die aus dem verrauchten 1. Obergeschoss gerettete Person ist schwer verletzt.

Die Brandbekämpfung selbst erfolgte im Anschluss an die Menschenrettung mit drei C-Rohren im Innenangriff. Nennenswerter Wasserschaden ist dabei nicht entstanden.

Im Laufe des Einsatzes wurden noch folgende Einheiten – vorrangig zur Abdeckung des Atemschutzbedarfs – nachalarmiert: Ortsfeuerwehren Wedtlenstedt und Klein Gleidingen und ein LKW der Feuerwehrtechnischen Zentrale. Die Besatzung eines Tanklöschfahrzeuges der Ortsfeuerwehren Vechelde und Wahle übernahm bis 12:00 Uhr die Brandwache. Für die Unterbringung der betroffenen Personen wird die Gemeindeverwaltung Vechelde sorgen. Die Bundesstraße 1 wurde im Einsatzbereich von der Polizei während der Rettungs- und Löscharbeiten komplett gesperrt. Die polizeilichen Ermittlungen dauern noch an.

Insgesamt waren ca. 100 Einsatzkräfte unter Leitung von Gemeindebrandmeister Peter Splitt am Einsatzort. Erhebliche Probleme bereitete die den Einsatzkräften die Funkversorgung und der hohe Bedarf an Atemschutzgeräten. Die technische Unterstützung aus Braunschweig war daher zwingend erforderlich. Atemschutzgeräteträger waren allerdings in ausreichender Anzahl an der Einsatzstelle verfügbar.