Kellerbrand

Datum: Sonntag 17.10.2010 um 11:30
Alarmierungsart: DME
Dauer: 4 Stunden
Einsatzart: Brand > F2
Einsatzort: Vechelde: Kollwitzstrasse
Fahrzeuge: ELW 1, HLF 20/16, DLK 23/12, TLF 16/25
Weitere Kräfte: Bettmar, Fachzug Atemschutz, Liedingen, Sierße-Fürstenau


Einsatzbericht:

 

Holzlager am Gebäude vom intensiven Feuer im Keller entzündet

Übergreifen des Feuers vom Keller über ein Holzlager auf den Dachstuhl verhindert

Eine Kleinigkeit – (es brannte im rückwärtigen Bereich eines Gebäudes in der Kollwitzstraße in Vechelde) – so dachte jedenfalls die Besatzung des ersteintreffenden Löschfahrzeuges des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde/Wahle. Nach kurzer Erkundung wurde jedoch festgestellt, dass das brennende Holzlager an der Fassade hinter der Garage als Kleinigkeit zu bezeichnen ist. Vielmehr forderte ein „knackiger“ Kellerbrand die Einsatzkräfte über mehrere Stunden.

Mit dem Stichwort „Feuer 2 – Brand im oder am Gebäude“ wurde der Feuerwehrschwerpunkt Vechelde/Wahle von der Integrierten Regionalleitstelle Braunschweig/Peine/Wolfenbüttel alarmiert. Da aufgrund einer kameradschaftlichen Veranstaltung die Wehr „teilabgemeldet“ war, wurde gleichzeitig auch der Löschzug Bettmar/Liedingen um 11:30 Uhr alarmiert. Insgesamt wurde das Feuer im ersten Angriff von 4 Trupps unter Atemschutz mit 2 C-Rohren (Keller und Holzlager) einer Kübelspritze (Dachboden) und einem Schaumrohr (im Außenangriff) bekämpft. 

Beim Eintreffen wurde der Hauseigentümer mit Rußspuren im Gesicht und auf der Kleidung vorgefunden. Er wurde, mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung, einer Rettungswagenbesatzung übergeben und in das Klinikum Peine transportiert. Die Hauseigentümerin konnte den Einsatzkräften wichtige Informationen zur Lage im Keller und im Dachraum geben. Im Heizöllagerraum war auch Brennholz bis auf Deckenhöhe aufgestapelt – dieses brannte intensiv.

Es rauchte aus allen Kelleröffnungen – „Nullsicht“ im Keller, „rollende Flammen“ unter der Kellerdecke und Rauchgasdurchzündungen – wahrlich ein „knackiges Feuer“. Mühsam tasteten sich die vorgehenden Trupps in den Keller hinein. Die Wärmeentwicklung war enorm – deshalb musste der Innenangriff zunächst unterbrochen werden. Im Außenangriff wurde nun mit der „Schnellangriffseinrichtung Schaum“ des neuen Hilfeleistungslöschfahrzeuges durch ein Kellerfenster der Heizöllagerraum mit Mittelschaum geflutet. Aber auch diese Maßnahme führte noch nicht zu einem endgültigen Löscherfolg.

Deshalb musste der Brandraum nun mühsam von Hand ausgeräumt werden. Dazu wurde der Fachzug Atemschutz – bestehend aus den Ortsfeuerwehren Denstorf/KIein Gleidingen, Sonnenberg, Groß Gleidingen und Wedtlenstedt – nachalarmiert. Mit Wasser am Rohr, teilweise bis zur Hüfte im Löschschaum stehend, gingen mehrere Atemschutztrupps in den Keller vor. Ca. 3 Kubikmeter angekohltes Brennholz wurde mit Schuttmulden ins Freie gebracht. Nach 3 Stunden schwerer körperlicher Arbeit unter Atemschutz – mehrfach wurden dabei die Trupps ausgetauscht – konnte „Feuer aus“ gemeldet werden.

Durch ständige Überdruckbelüftung konnte der Schaden auf den Kellerbereich begrenzt werden. Der Raucheintrag ins Erd-/Wohngeschoss war nur gering. Trotzdem wird der Schaden von der Feuerwehr auf über 70.000 Euro geschätzt.

Erstmalig im Realeinsatz war auch der Einsatzleitwagen des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde/Wahle. Über diese „Befehlsstelle“ wurden Nachalarmierungen durchgeführt und Rückmeldungen gegeben. Angefordert wurde auch ein Logistikfahrzeug der Feuerwehrtechnischen Zentrale Peine. Vor Ort wurden die Einheiten mit Atemluftflaschen und neuem Schaummittel versorgt.

Die erschöpften Kräfte wurden von der Ortsfeuerwehr Sierße/Fürstenau abgelöst. Diese stellte die erforderliche Brandsicherheitswache und führte letzte Nachlöscharbeiten durch.