Kind auf Balkon – im Kurvenbereich abgestellte Fahrzeuge behinderten Anfahrt der Feuerwehr

Drehleiter Vechelde-Wahle

Datum: Sonntag 05.07.2020 
Alarmzeit: 13:21 Uhr 
Alarmierungsart: DME 
Dauer: 20 Minuten 
Art: Hilfeleistung > HP1 
Einsatzort: Vechelde: Falkenring 
Einsatzleiter: OrtsBM Vechelde-Wahle 
Fahrzeuge: ELW 1, HLF 20/16, DLK 23/12 
Weitere Kräfte: RTW Vechelde (ASB Peine) 


Einsatzbericht:

Eine etwas ungewöhnliche Alarmierung rief die Kameradinnen und Kameraden des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde-Wahle am Sonntagnachmittag ins Feuerwehrhaus. Auf den digitalen Meldeempfängern der Einsatzkräfte war lediglich der Satz „Kind auf Balkon“ zu lesen.


Die alarmierten Einsatzkräfte besetzten den Einsatzleitwagen, das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug und die Drehleiter und gingen vor dem Feuerwehrhaus in Bereitstellung. Die weiteren Fahrzeuge blieben vorerst einsatzbereit besetzt im Feuerwehrhaus. Durch den Disponenten der Integrierten Regionalleitstelle Braunschweig/Peine/Wolfenbüttel (IRLS BS/PE/WF) wurden die Einsatzkräfte eingewiesen – im Falkenring in Vechelde stand ein Kind auf einem Balkon und kam nicht mehr in das Haus. Da die IRLS BS/PE/WF zum Alarmierungszeitpunkt im Notbetrieb arbeitete, war eine normale Alarmierung mit umfänglichen Einsatzinformationen nicht möglich gewesen.

Die Großfahrzeuge (HLF und DLK) wurden durch im Kurvenbereich des Falkenringes abgestellte Fahrzeuge bei der Anfahrt behindert. Nur durch das Ausweichen auf den Gehweg und langsames vorfahren war eine Anfahrt zur Einsatzstelle möglich.

Vor Ort wurde ein Kind auf einem Balkon im 2. Obergeschoss vorgefunden. Der Rollladen der Balkontür war verschlossen. Die Besatzung des zuerst eingetroffenen Rettungswagens hatte die schlafenden Eltern durch intensives Klopfen an der Terrassentür wecken können, sich damit Zugang zur Wohnung verschafft und konnte das Kind aus seiner misslichen Lage befreien. Das Gurtband des Rollladens war, nach dem das Kind den Balkon betreten hatte, gerissen und der herunter gerutschte Rollladen versperrte dem Kind so den Weg zurück ins Haus.

Maßnahmen der Feuerwehr waren somit zum Glück nicht erforderlich.

Zur Behinderung der Einsatzfahrzeuge merken wir folgendes an:
Das Halten und Parken in engen Kurven ist gemäß STVO verboten. Es ist vor und hinter der Kurve ein Abstand von fünf Metern einzuhalten. Werden Rettungsfahrzeuge durch falsch abgestellte Fahrzeuge behindert fällt ein Bußgeld von 100 € und ein Punkt an.
Viel wichtiger als diese Strafe ist jedoch, dass wir im Einsatzfall schnell zur Einsatzstelle gelangen können. Gerade bei Dunkelheit können solche Behinderungen die Anfahrt unnötig verzögern. Im heutigen Fall war ein Ausweichen auf den Gehweg möglich – diese sind jedoch nicht für das Befahren mit einem LKW ausgelegt. Deshalb, liebe Bürgerinnen und Bürger, wir helfen gern – aber, man muss uns die schnelle Anfahrt ermöglichen.

Bildquelle:Feuerwehr Vechelde-Wahle