Wohnungsbrand

Datum: Samstag 26.03.2011 um 14:33
Alarmierungsart: DME
Dauer: 4 Stunden 27 Minuten
Einsatzart: Brand > F2
Einsatzort: Vechelde: Hildesheimer Strasse
Fahrzeuge: ELW 1, HLF 20/16, DLK 23/12, TLF 16/25, RW 1
Weitere Kräfte: Fachgruppe Verpflegung, Fachzug Atemschutz, Liedingen, Sierße-Fürstenau


Einsatzbericht:

Schon wieder ein Großfeuer in Vechelde
– Feuerwehrschwerpunkt Vechelde-Wahle gefordert –

Als die Einsatzkräfte am Samstag, den 26. März 2011, um 14:37 Uhr an der Einsatzstelle in der Hildesheimer Straße im Kernort Vechelde eintrafen, wurde zunächst eine kurze Einsatzdauer vermutet. Lediglich auf der Rückseite des 4-geschossigen Gebäudes war Rauchentwicklung im Bereich des Dachfirstes erkennbar. Sofort wurde die Drehleiter in Stellung gebracht und mit 2 Trupps unter Atemschutz ein Löschangriff in dem ausgebauten Dachbodenbereich eingeleitet. Allerdings wurde im Inneren des Gebäudes zunächst keine nennenswerte Rauchentwicklung festgestellt; im Außenbereich (Dach) drückte aber zunehmend Rauch durch die Ziegel.

Insofern mussten im Innenbereich Wandverkleidungen abgenommen werden. Schnell wurde deutlich, dass es zwischen Ziegeleindeckung und Dämmung im Bereich eines Schornsteines brannte. Mit einem Hohlstrahlrohr konnte das Feuer bekämpft werden. Gleichzeitig wurde auch über die Drehleiter die Brandbekämpfung eingeleitet. Dazu mussten im rückwärtigen Firstbereich Dachziegel abgenommen werden.

Sehr schnell wurde erkannt, dass das Feuer im Erdgeschoss, in der Küche eines Asia-Grills, ausgebrochen war. Dort war bereits mit einem Feuerlöscher vom Koch ein Wok gelöscht worden. Zunächst nicht bemerkt worden war aber, dass sich das Feuer über die Abluftanlage ausgebreitet hatte; allerdings nicht durch den Schornstein, sondern durch einen Luftspalt zwischen einer Holzverkleidung und dem eigentlichen Abluftrohr. Dadurch erfolgte die Brandausbreitung in alle Geschosse. In den Räumen neben dem Abluftrohr mussten Verkleidungen gewaltsam abgenommen werden. Diese Arbeiten erfolgten zunächst durch Trupps unter Atemschutz. Dazu wurde auch der Fachzug Atemschutz (OrtsF Denstorf/Klein Gleidingen, Groß Gleidingen, Sonnenberg und Wedtlenstedt) hinzugezogen. Auch die OrtsF Köchingen wurde alarmiert. Diese Kameraden stellte die Getränkeversorgung für die „kämpfende Truppe“ sicher.

Teilweise war das Feuer auch in die Fußböden gelaufen bzw. unter die Deckenverkleidungen. Zur Aufnahme dieser Beläge wurde von der Berufsfeuerwehr Braunschweig eine „alles schneidende“ Spezialsäge angefordert. Aufgrund der Tatsache, dass das Dach auf der Gebäuderückseite weiter abgedeckt werden musste, wurde, ebenfalls von der Berufsfeuerwehr Braunschweig, eine moderne Drehleiter mit einem Gelenkteil an der Leiterspitze angefordert. Damit war es möglich über den First die Rückseite des Gebäudes zu erreichen.

Ortsbrandmeister Thomas Kreihe setzte insgesamt 4 Atemschutztrupps – teilweise mehrfach – mit 3 C-Rohren im Innenangriff ein. Ein weiteres Rohr wurde über die Drehleiter vorgenommen und vom Fachzug Atemschutz wurde der Innenangriff im Asia-Grill durchgeführt. Dabei verletzte sich ein Atemschutzgeräteträger durch einen Sturz. Er wurde vom ASB in ein Braunschweiger Krankenhaus transportiert. Eine weitere Einsatzkraft zog sich eine Daumenprellung zu.

Aufgrund des intensiven Innenangriffs ist es den Einsatzkräften zunächst gelungen, den Wasserschaden gering zu halten. Allerdings schmolzen durch Wärmeeinwirkung Heizungsrohre und Wasserleitungen aus Kunststoff. Insofern war der Wasserschaden nicht unerheblich.

Die Feuerwehr schätzt den Schaden hoch ein – sicherlich zwischen 200.000 und 300.000 €. Bewährt hat sich wieder die Drehleiter. Nur so war es möglich den Firstbereich zu erreichen und gezielt Löschwasser aufzubringen. Eingesetzt wurde auch die am Donnerstag in Dienst gestellte Wärmebildkamera. Ebenso hat sich die schnelle Ergänzung der Einsatzkräfte des Feuerwehrschwerpunktes durch den Fachzug Atemschutz bewährt. Atemschutzgeräteträger standen in ausreichender Zahl zur Verfügung. Und die Arbeit der Führungsassistentinnen im Einsatzleitwagen (ELW 1) fand ebenso Anerkennung. Durch diese Befehlsstelle steht den Einsatzkräften nicht nur ein Anlaufpunkt zur Verfügung. Auch die Disponenten in der Integrierten Regionalleitstelle werden entlastet, denn nur der ELW führt den Funkverkehr mit der Leitstelle.

Der Feuerwehrschwerpunkt war mit allen Einsatzfahrzeugen und 23 Einsatzkräften vor Ort. Hinzu kommt der Fachzug Atemschutz, die Fachgruppe Verpflegung (Köchingen), ein Rettungswagen des ASB Peine und die Berufsfeuerwehr Braunschweig mit einem Einsatzleitwagen, einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, einer Drehleiter, einem Rüstwagen und einem RTW. Den vielen (nicht störenden) Zuschauern in der Hildesheimer Straße wurde auch nebenbei eine Fahrzeug- und Geräteschau geboten. Selbst der für Vechelde zuständige Landtagsabgeordnete Klaus-Peter Bachmann, der in Vechelder eine Veranstaltung besucht hatte, begrüßte und dankte den Einsatzkräften.

Beendet war der Einsatz um 17:45 Uhr. Bis 20:00 Uhr stellte die Ortsfeuerwehr Liedingen die Brandsicherheitswache sicher. Die Ortsfeuerwehr Sierße/Fürstenau übernahm die Logistikaufgaben und transportierte Atemschutzgeräte, Schläuche und kontaminierte Einsatzkleidung zur Feuerwehrtechnischen Zentrale Peine.

Auch Gemeindebrandmeister Peter Splitt war mit dem Einsatzablauf zufrieden. Die Schwerpunktbildung und die Zusammenfassung von Ortsfeuerwehren zu größeren taktischen Einheiten (Atemschutzzug) hatte sich erneut bewährt.