Fahrer zwischen Baum und Lenksäule eingeklemmt

(C) aktuell24

Datum: Montag 02.11.2020 
Alarmzeit: 18:54 Uhr 
Alarmierungsart: DME 
Dauer: 2 Stunden 40 Minuten 
Art: Hilfeleistung > VU3 
Einsatzort: K21: Zwischen Wahle und Fürstenau 
Einsatzleiter: OrtsBM Vechelde-Wahle 
Fahrzeuge: ELW 1, HLF 20/16, DLK 23/12, TLF 16/25, RW 1, MTF 2 
Weitere Kräfte: FwSp Denstorf/Klein Gleidingen, NEF Peine, Polizei, RTW (DRK Peine), RTW Vechelde (ASB Peine) 


Einsatzbericht:

Zu einem schweren Verkehrsunfall wurde der Rüstzug um 18:26 Uhr alarmiert. „Coronabedingt“ dürfen derzeit die Einsatzfahrzeuge nicht vollbesetzt werden. Deshalb rückten auch die Drehleiter und ein Mannschaftstransportwagen zusätzlich aus. So erreichten 20 Einsatzkräfte in sechs Fahrzeugen ab 19:03 Uhr die Einsatzstelle am Wahler Wald. Zusätzlich war von der Leitstelle der Feuerwehrstützpunkt Denstorf/Kl. Gleidingen alarmiert worden.

Die erste Lageerkundung des Einsatzleiters führte zu der Erkenntnis, dass der Transporter (einer im Landkreis Stade beheimateten Dachdeckerfirma) nach links von der Fahrbahn abgekommen und ca. 20 m durch einen flachen Graben gefahren war, um dann mit der linken vorderen Fahrzeugseite gegen einen Straßenbaum zu prallen. Die linke A- und B-Säule waren dadurch auf gleicher Höhe verschoben worden. Der Fahrer war zwischen Baum und der nach rechts verschobenen Lenksäule im Beinbereich eingeklemmt – ein herankommen von der Fahrerseite des Fahrzeuges an den Eingeklemmten war daher nicht möglich, ebenso auch nicht von der Beifahrerseite aufgrund eines Einbaus zwischen den Sitzen und dem dorthin verschobenen Lenkrad. Der Beifahrer befand sich bereits in einem Rettungswagen und wurde dort betreut.

In Absprache mit der den Patienten im Fahrzeug versorgenden Notfallsanitäterin und der Notärztin wurde daher die Entscheidung getroffen, das Fahrzeug mit der Seilwinde des Rüstwagens vom Baum zu ziehen. Das funktionierte aufgrund der engen Abstimmung und Kommunikation patientenschonend. Parallel zu dieser ersten Maßnahme am Fahrzeug wurden die vermutlich erforderlichen Rettungsgeräte fahrzeugnah bereitgelegt und die Einsatzstelle ausgeleuchtet. Die Drehleiter wurde dazu als Lichtmast eingesetzt. Der Brandschutz wurde mit „Wasser am Rohr“ sichergestellt.

Um den eingeklemmten Fahrer „achsengerecht“ aus seiner Zwangslage retten zu können, musste nun fast das gesamte Rettungsgerät eingesetzt werden: hydraulischer Spreizer, Rettungsschere und mehrere Rettungszylinder. Aber auch eine Säbelsäge, Blechscheren, Bolzenschneider und Stützmaterial. Als besonders wirksam erwies sich der Einsatz der Säbelsäge – die gute und moderne Ausstattung des Feuerwehrschwerpunktes hat sich bei diesem Einsatz bewährt. Während der 75 Minuten dauernden Arbeitszeit der Einsatzkräfte wurde der Fahrer von der Notärztin mit Schmerzmittel versorgt und die Vitalfunktionen überwacht. Die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst und der Polizei funktionieret gut. Da zusätzliche Einsatzkräfte nicht erforderlich waren, wurde zwischenzeitig die mit acht Einsatzkräften angerückte Ortsfeuerwehr Denstorf/Kl. Gleidingen von der Einsatzstelle entlassen.

Die Bilder von akutell24 zeigen die „Zertrümmerung“ des Fahrerhauses.

Nachdem das Unfallfahrzeug mit viel Mühe auf ein Abschleppfahrzeug gezogen war, wurde noch die Straße gereinigt. Um 21.08 Uhr konnte die Kreisstraße 21 wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Der Beifahrer berichtete, dass plötzlich ein Tier auf der Straße im Scheinwerferlicht des Kleintransporters auftauchte – es handelt sich daher wohl um einen Wildunfall.