Baumunfall auf der B1: Audi-Fahrer schwer verletzt

PKW vorbereitet zum Abtransport – das abgeschnittene Dach wieder aufgelegt.

Datum: Sonntag 24.10.2021 um 21:28
Alarmierungsart: DME
Dauer: 1 Stunde 20 Minuten
Einsatzart: Hilfeleistung > VU3
Einsatzort: B1: Zwischen Abzweig Gr. Gleidingen und Raffturm
Einsatzleiter: OrtsBM Denstorf/Klein Gleidingen
Fahrzeuge: ELW 1, HLF 20/16, DLK 23/12, TLF 16/25, RW 1
Weitere Kräfte: FwStp Denstorf/Klein Gleidingen, NEF 2 (BF Braunschweig), OrtsF Wedtlenstedt, RTW Vechelde (ASB Peine)


Einsatzbericht:

Schwere Verletzungen zog sich ein PKW-Fahrer bei einem Baumunfall auf der Bundesstraße 1 zwischen der Abzweigung nach Gr. Gleidingen und dem Raffturm zu. Offensichtlich war der Audi A6-Fahrer auf der Fahrbahn nach Braunschweig unterwegs, von dieser nach rechts abgekommen, über den Rad-/Fußweg gerutscht, um dann, nach einer Drehung mit der Fahrertür, also genau zwischen A- und B-Säule des Fahrzeuges an einem mächtigen Baum ungebremst „einzuschlagen“. Dabei wurde der Fußraum und der Fahrersitz so stark verformt, dass die Feuerwehr zur patientenschonenden Rettung des Fahrers, das Fahrzeugdach abschneiden musste.

Die Alarmierung einer Nachtschleife des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde/Wahle, des Feuerwehrstützpunktes Denstorf/Kl. Gleidingen und der Ortsfeuerwehr Wedtlenstedt erfolgte um 21:28 Uhr. Die Rettungsarbeiten am Fahrzeug übernahmen die Einsatzkräfte aus Vechelde/Wahle, während die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren Denstorf/Kl. Gleidingen und Wedtlenstedt die Bundesstraße sperrten, bei der Ausleuchtung der Einsatzstelle unterstützten und als Tragemannschaft zur Verfügung standen.

Nachdem „coronabedingt“ 1 ½ Jahre lang kein Ausbildungsdienst durchgeführt werden durfte, hatten die Mitglieder des Feuerwehrschwerpunktes erst vor wenigen Tagen ein Intensiv-Ausbildungsprogramm „Technische Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen“ in Kleingruppen abgeschlossen. Dazu hatte der Vechelder KFZ-Meisterbetrieb Schade + Hahn mehrere Übungsfahrzeuge zur Verfügung gestellt. So konnte nach der „Coronapause“ das Erlernte verfestigt und neue Schneid- und Presstechniken vermittelt werden.

An der Einsatzstelle auf der B1 wurde daher von den über 20 Einsatzkräften des Feuerwehrschwerpunktes zügig und kompetent gearbeitet. Die Einsatzstelle wurde ausgeleuchtet – eingesetzt wurde auch die Drehleiter als Lichtmast, die Geräteablageplane wurde bestückt und, nachdem eine Rettungswagenbesatzung der ASB-Rettungswache Vechelde und die Besatzung eines Notarzteinsatzfahrzeuges der Berufsfeuerwehr Braunschweig den Patienten im Fahrzeug medizinisch stabilisiert hatten, die technische Rettung durchgeführt.

Dazu wurde ein als Rettungsassistent ausgebildeter Feuerwehrmann als „Innerer Retter“ im PKW hinter dem Patienten eingesetzt, das Glasmanagement durchgeführt und, nachdem der Patient mit einem Helm, Gehörschutz, Mund-/Nasenbedeckung und einer Decke geschützt war, die Frontscheibe mit einer akkubetriebenen Säbelsäge durchtrennt. Letztendlich wurde mit einer hydraulischen Rettungsschere das Dach des Audi komplett abgeschnitten und damit der Zugang zum Patienten freigelegt. Mit einem speziellen Rettungsbrett (Spineboard) konnte der Patient dann „achsengerecht“ unter medizinischer Begleitung der Notärztin aus seiner Zwangslage gezogen und dem Rettungsdienst übergeben werden. Bereits 25 Minuten nach dem Eintreffen der Feuerwehreinheiten am Einsatzort konnte die Rückmeldung „Patient befreit, an Rettungsdienst übergeben“ zur Integrierten Regionalleitstelle in Braunschweig per Sprechfunk vom Einsatzleitwagen abgesetzt werden.

Neben diesen Arbeiten wurden die bei Verkehrsunfällen üblichen Standards durchgeführt: Sicherstellung des Brandschutzes, allseitige Ausleuchtung der Einsatzstelle, Wärmeerhaltung des Patienten und Unterstützung der Notärztin.

Mit Begleitung durch die Notärztin wurde der schwer verletzte Audi-Fahrer im RTW nach Braunschweig in das Krankenhaus Holwedestraße transportiert.

Das Zusammenwirken der Polizei, der Rettungswagenbesatzung, der Notärztin und der Ortsfeuerwehren Vechelde/Wahle, Denstorf/Kl. Gleidingen und Wedtlenstedt an der Einsatzstelle funktionierte gut, schließlich kennt man sich und die erforderlichen Rettungsverfahren.