Abgestürzter Freileitungsbauer: Kombinierte Rettungsaktion des Montagetrupps und der Feuerwehr

Datum: Freitag 10.12.2021 um 09:13
Alarmierungsart: App, DME
Dauer: 1 Stunde 30 Minuten
Einsatzart: Hilfeleistung > H ABST-Y
Einsatzort: Hochspannungsleitung Wahle-Mecklar: zwischen Bettmar und Weißem Kreuz
Einsatzleiter: stellv. OrtsBM Bettmar
Fahrzeuge: ELW 1, HLF 20/16, DLK 23/12, TLF 16/25, RW 1
Weitere Kräfte: FwSp Bettmar, OrtsF Liedingen, OrtsF Sierße/Fürstenau, Polizei, RTH Christoph 30, RTW (DRK Peine), RTW Vechelde (ASB Peine), SRHT-Gruppe BF Braunschweig


Einsatzbericht:

Mit dem Stichwort „H ABST-Y“, was in Klarschrift „Hilfeleistung – Person in Absturzgefahr“ bedeutet, wurden die Ortsfeuerwehren Bettmar, Vechelde/Wahle, Sierße/Fürstenau und Liedingen um 09:13 Uhr alarmiert. Ca. 70 Meter abseits des Masten 25 (hinter Bettmar, vor dem Weißen Kreuz) hing ein Montagearbeiter in seinem Auffanggurt unterhalb des 4-fach-Leiterseiles der im Bau befindlichen Hochspannungsleitung Wahle-Mecklar in fast 60 Meter Höhe.

Beim Eintreffen der Feuerwehreinheiten war bereits Christoph 30 an der Einsatzstelle gelandet und es standen zwei Rettungswagen bereit. Die Höhenrettungseinheit der Feuerwehr Braunschweig war noch auf der Anfahrt.

Die unter Leitung des Stellvertretenden Ortsbrandmeisters der Ortsfeuerwehr Bettmar – Simon Jahns – koordinierte Rettungsaktion lief in Absprache mit dem Montagetruppführer zweigeteilt ab.

Der aus einem auf den Leiterseilen fahrenden Montagewagen abgestürzte und in seinem Auffanggurt hängende Arbeiter wurde zunächst von Kollegen auf die Seile gezogen. Von dort aus konnte der Arbeiter selbständig, abgesichert von Kollegen, auf den Seilen krabbelnd, den Mast erreichen.

Mit den inzwischen eingetroffenen Höhenrettern der Berufsfeuerwehr Braunschweig wurde die weitere Rettungsaktion abgestimmt. Es bestand die Absicht, dass die Höhenretter auf dem Mast bis zum Ausleger vorklettern, um von dort aus die Abseilaktion des Montagearbeiters, der sich u.a. leicht Gesichtsverletzungen zugezogen hatte, durchzuführen. Diese Maßnahme musste aber nicht mehr durchgeführt werden, da der Verletzte aus eigener Kraft von zwei Kollegen gesichert den Mast über die Steigleiter verlassen wollte.

Nun kam die Feuerwehr ins Spiel. Mit der Drehleiter wurde den Arbeitern entgegengefahren und der Patient wurde in 30 Meter Höhe in den Rettungskorb der Drehleiter des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde/Wahle übernommen und sicher dem Rettungsdienst zugeführt. Mit einem RTW wurde der Patient in ein Krankenhaus transportiert.

Ein interessanter Einsatz – ein gutes Zusammenspiel der alarmierten Einheiten: Feuerwehr – Rettungsdienst – Notarzt – Polizei mit den Verantwortlichen der Fa. TenneT.

Die beiden mitalarmierten Ortsfeuerwehren Liedingen und Sierße/Fürstenau mussten nicht mit einsetzen und wurden frühzeitig vom Einsatzleiter aus dem Einsatz entlassen.