Verkehrsunfalll mit eingeklemmter Person

Datum: Dienstag 15.10.2013 um 19:11
Alarmierungsart: DME
Dauer: 2 Stunden 4 Minuten
Einsatzart: Hilfeleistung > VU3
Einsatzort: K25: Zwischen Bodenstedt und Liedingen
Fahrzeuge: ELW 1, HLF 20/16, DLK 23/12, TLF 16/25, RW 1
Weitere Kräfte: Bodenstedt, Vallstedt-Alvesse


Einsatzbericht:

Zu einem Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person wurden die der Nachtschleife zugeordneten Kameradinnen und Kameraden des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde-Wahle, zusammen mit Einheiten des Rettungsdienstes und den Ortsfeuerwehren Vallstedt/Alvesse und Bodenstedt, von der Integrierten Regionalleitstelle Braunschweig/Peine/Wolfenbüttel alarmiert.
 
Die Einsatzkräfte des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde-Wahle rückten als Rüstgruppe – bestehend aus ELW 1, HLF 20/16 und RW 1 – zur Einsatzstelle aus. Etwas später wurde die Rüstgruppe durch die DLK 23/12 und das TLF 16/25 zum Rüstzug erweitert.
 
Vor Ort wurde folgende Lage vorgefunden:
Auf der K25 zwischen Bodenstedt und Liedingen hatte sich ein Verkehrsunfall ereignet. Ein PKW ist frontal gegen einen Baum geprallt und auf der Fahrerseite liegend in einem Graben zum stehen gekommen.
Die Fahrerin war in ihrem Fahrzeug im Fußbereich eingeklemmt. Sie wurde bereits von einem Ersthelfer und der Besatzung eines bereits eingetroffenen Rettungswagen der Rettungswache Vechelde versorgt. Ebenfalls bereits vor Ort war ein Streifenwagen der Polizei.
 
Die Besatzung des ELW 1 und des HLF 20/16 trafen als erste Feuerwehreinheiten an der Unfallstelle ein. Noch während der Erkundung durch den Zugführer und den Gruppenführer des HLF’s wurde die Einsatzstelle von der Besatzung des HLF 20/16 ausgeleuchtet und es wurde standardmäßig der Ablageplatz, mit allen eventuell benötigten Gerätschaften, vor dem HLF aufgebaut. Hierbei unterstützte die kurze Zeit später eingetroffene Besatzung des RW 1.
Ein Trupp des HLF’s sicherte als Erstmaßnahme das auf der Seite liegende Fahrzeug mittels zweier Steckleiterteile und Spanngurten auf der Fahrzeugunterseite – die Dachseite wurde mittels eines großen Radkeils (Windenkeil) vom RW 1 gesichert.
 
In enger Absprache mit dem Rettungdienst wurden noch während der Erstversorgungsmaßnahmen an der Patientin erste Maßnahmen am Fahrzeug durchgeführt. Da die Versorgung der Patientin durch die Frontscheibenöffnung erfolgte musste das Rettungsdienstpersonal aus dem Graben heraus arbeiten. Um das Arbeiten zu erleichtern und sicherer zu gestalten wurde die Rettungsplattform des HLF’s als Steg über den Graben gelegt.
 
Die Einsatzstelle wurde ebenfalls standardmäßig so organisiert, dass sich nur die wirklich nötigen Einsatzkräfte im inneren Kreis um das Unfallzeug aufhielten. So war ein sicheres und schnelles Arbeiten möglich.
 
Nach Absprachen des Gruppenführers des HLF’s mit dem Rettungsdienst wurde beschlossen das Dach des Fahrzeuges auf den Boden umzuklappen, um dann besser an die Patientin zu kommen und die Einklemmungen genauer lokalisieren zu können.
Der Angriffstrupp des HLF begann daher damit die obenliegenden A-, B-, C- und D-Säule mit der hydraulischen Schere zu durchtrennen. An der B-Säule wurde die Stabilität des aktuellen Fahrzeuges deutlich – die eingesetzte leistungsstärkste hydraulische Rettungsschere der Gemeinde (verlastet auf dem RW 1) musste mehrfach angesetzt werden um die Säule zu durchtrennen.
Nach einem Entlastungsschnitt im unteren Heckdachbereich wurde das Dach mittels zweier Teleskop-Rettungszylinder nach unten gedrückt.
Während aller Maßnahme wurde die Patientin vom Rettungsdienstpersonal medizinisch überwacht und versorgt.
 
Nachdem das Dach fast einen halben Meter aus seiner urspünglichen Lage nach unten gedrückt war, wurde vom Rettungsdienst festgestellt das sich die Einklemmung aufgelöst hat.
Die Patientin wurde vom Rettungsdienstpersonal über eine Schaufeltrage aus dem Unfallfahrzeug gezogen.
 
Während der oben genannten laufenden Befreiungsmaßnahme wurde festgestellt, dass sich der Baum gegen den das Fahrzeug geprallt war leicht neigte. Es wurde daher eine Sicherung des Baumes mittels Mehrzweckzug des RW 1 vorbereitet. Diese Maßnahme konnte jedoch – da die Fahrerin befreit werden konnte – abgebrochen werden.
 
Die Einsatzkräfte der Feuerwehren Vallstedt/Alvesse und Bodenstedt sicherten – während der laufenden Befreiungsmaßnahmen – die Einsatzstelle ab und leuchteten diese weiträumig aus.
 
Nach der Befreiung der Fahrerin wurde der angefahrene Baum mittel RW 1 vom Unfallfahrzeug weg in den Graben gezogen. Dort wurde er mittels Motorsäge „endgültig gefällt“ und so zugsägt das keine Gefahr für Auto- und Radfahrer bestand.
 
An der Einsatzstelle verblieben nur noch die Rüstgruppe und die Ortsfeuerwehr Bodenstedt um bei den Bergungsarbeiten des Abschleppunternehmens zu unterstützen. Die Einsatzstelle wurde an die Polizei übergeben.