Boot in Schräglage – „Schiffshebung“ durchgeführt

Datum: Dienstag 26.04.2022 um 11:18
Alarmierungsart: AlarmApp, DME
Dauer: 2 Stunden 30 Minuten
Einsatzart: Hilfeleistung > H 2W
Einsatzort: Wedtlenstedt: Yachthafen
Einsatzleiter: Stellv. Gemeindebrandmeister
Fahrzeuge: ELW 1, HLF 20/16, TLF 16/25, RW 1
Weitere Kräfte: FwSp Denstorf/Klein Gleidingen, OrtsF Groß Gleidingen, OrtsF Sierße/Fürstenau, OrtsF Sonnenberg, OrtsF Vechelade, OrtsF Wedtlenstedt, RTW Vechelde (ASB Peine), Wasserschutzpolizei


Einsatzbericht:

Als um 11:18 Uhr die digitalen Meldeempfänger und die AlarmApp einliefen wurde Schlimmes vermutet. „H 2W – Boot droht zu sinken“ wurde unseren Einsatzkräften von der Integrierten Regionalleitstelle gemeldet. Alarmiert waren auch die Ortswehren Denstorf/Kl. Gleidingen, Groß Gleidingen, Sonnenberg, Vechelade, Wedtlenstedt und Sierße/Fürstenau, sowie ein Rettungswagen der Rettungswache Vechelde (ASB Peine).

Seitens unserer Ortsfeuerwehr waren der Einsatzleitwagen, das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug und der Rüstwagen im Einsatzmittelvorschlag. Da der Stellv. Gemeindebrandmeister bereits vor Ort war und den Tauchpumpeneinsatz anforderte, wurde vom Zugführer auch das Tanklöschfahrzeug mit der leistungsfähigen Schmutzwasserpumpe und der Wasserrettungsausrüstung nachgefordert. Dieses Fahrzeug konnte von den noch im Feuerwehrhaus verbliebenen Einsatzkräften schnell besetzt werden.

Tatsächlich wurde dann im Vechelder Yachthafen Heidanger ein eher kleines Boot in Schräglage und teilweise mit Kanalwasser geflutet vorgefunden. Steuerbord heckseitig lag das Boot so tief im Wasser, dass kein Freibord mehr vorhanden war.

Während mit Ausnahme der OrtsF Vechelade und den Einheiten des Feuerwehrschwerpunktes die weiteren Ortsfeuerwehren vom Einsatzleiter von der Einsatzstelle entlassen werden konnten, wurde zusammen mit den Vechelader Einsatzkräften die Stromversorgung über den Steg zum Boot aufgebaut um zwei Tauchpumpen einsetzen zu können. Allerdings war dieser Einsatz deshalb erfolglos, da ständig über das tief im Wasser liegende Heck das abgepumpte Wasservolumen wieder in das Bootsinnere eindrang.

Insofern wurde die spezielle Beladung des HLF genutzt, um eine „Schiffshebung“ durchzuführen:

Drei „zweiteilige Zurrgurte mit Haken“ wurden unter den Bootsrumpf gezogen und zwischen jeweils zwei Pollern befestigt. Durch die wechselseitige Betätigung der Ratschen und das Nachspannen der Zurrgurte, konnte das Boot gehoben werden. Nachdem wieder Freibord vorhanden war, konnte das Innere des Bootes mittels der Tauchpumpen gelenzt werden.

Begleitet wurde auch das Ausheben des Bootes mit einem hinzugezogenen Kran mit langem Ausleger. Dazu wurde ein im Yachthafen vorgehaltenes spezielles Hebegeschirr eingesetzt.

Das Einsatzstichwort „Boot droht zu sinken“ lies Schlimmes vermuten – durchgeführt wurde aber nur eine einfache technische Hilfeleistung mit „einfachen physikalischen Maschinen“ – trotzdem ein interessanter Einsatz!