Schwelbrand

Datum: Dienstag 23.12.2014 um 06:19
Alarmierungsart: DME
Dauer: 41 Minuten
Einsatzart: Brand > F2
Einsatzort: Vechelde: Gustav-Stresemann-Ring
Fahrzeuge: ELW 1, HLF 20/16, DLK 23/12, TLF 16/25, RW 1


Einsatzbericht:

Schwelbrand in der Küche – „Tischlernase“ ortete die Brandstelle

Großes Glück hatte eine junge Familie am Tag vor Heilig Abend in Vechelde: Ein Schwelbrand in der Küche führte nicht dazu, dass die Bescherung ausfallen muss.

Morgens um 06:18 Uhr wurde der Integrierten Regionalleitstelle in Braunschweig ein Feuer in einem Einfamilienhaus im Gustav-Stresemann-Ring in Vechelde gemeldet. Alarmiert wurde der Feuerwehrschwerpunkt Vechelde/Wahle.

Die alarmierten Einsatzkräfte rückten mit dem voll besetzten Löschzug aus. Die Leitstelle gab bereits beim Ausrücken den Hinweis, dass die Familie das Haus verlassen hat und die Feuerwehr erwartet würde. Auf der Anfahrt zum Einsatzort rüsteten sich zwei Trupps mit Atemschutzgeräten aus. Diese mussten aber nicht tätig werden. Aufgrund der nur leichten Verrauchung im Erdgeschoss waren zunächst die Nasen der Einsatzkräfte zur Suche des Schwelbrandes gefragt. Sämtliche elektrische Verbraucher wurden untersucht, alle Oberflächen wurden durch die Wärmebildkamera betrachtet. Zunächst war diese „nasale Erkundung“ allerdings nicht von Erfolgt getragen.

Auffällig war jedoch ein im Flur aufgestellter Tisch mit einer Leimholztischplatte. Die war vom Hauseigentümer mit Holzöl behandelt worden. Deshalb fragte der Tischler unter den Einsatzkräften den Heimwerker zielstrebig: „Womit haben Sie den Pinsel sauber gemacht?“ Diese Frage führte die Einsatzkräfte zur Brandstelle: einer Abfallsammelstation, eingebaut in einem Unterschrank in der Küche.

Und was man sonst immer in Unterrichten über Selbstentzündungen als Feuerwehrmann vermittelt bekommt, was man aber bislang noch nicht vor Ort angetroffen hatte, war am Tag vor Heilig Abend nun eingetreten: Eine Selbstentzündung durch Holzöl, ein heutzutage seltenes Ereignis.

Was war geschehen: Nach der Behandlung des Tisches mit Holzöl hatte der Heimwerker seinen Pinsel mit Küchenpapier gereinigt. Das hoch saugfähige Küchenpapier hatte das Öl aufgenommen. Bedingt durch den Aushärtungsprozess des Öles in Verbindung mit einer Vergrößerung des Verhältnisses Oberfläche zur Masse im saugfähigen Küchenpapier wurde ein Oxidationsprozess in Gang gesetzt, der letztlich zur Selbstentzündung des Küchenpapiers führte. Großes Glück dabei: Nachdem das Küchenpapier abgebrannt war, erlosch das Feuer von selbst.

Einsatzleitung und Text: Stellv. Ortsbrandmeister Michael Hanne