Person aus Zug gesprungen

Datum: Mittwoch 07.01.2015 um 11:26
Alarmierungsart: DME
Dauer: 3 Stunden 4 Minuten
Einsatzart: Hilfeleistung > VU3S
Einsatzort: Wierthe: Bahnübergang Otto-Lages-Straße
Fahrzeuge: ELW 1, HLF 20/16, TLF 16/25, RW 1
Weitere Kräfte: Bodenstedt, Vallstedt-Alvesse, Wierthe


Einsatzbericht:

Mit dem Stichwort VU3S (Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person im Schienenbereich) wurden die Einsatzkräfte des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde-Wahle, zusammen mit dem Löschzug Vallstedt/Alvesse, den Ortsfeuerwehren Wierthe und Bodenstedt und mehreren Einheiten des Rettungsdienstes von der Integrierten Regionalleitstelle Braunschweig/Peine/Wolfenbüttel alarmiert.
 
Nach ersten Informationen der Leitstelle ist in Höhe des Anforderungs-Bahnüberganges in Verlängerung der Otto-Lages-Straße in Wierthe eine Person aus einem Personenzug gesprungen sein. Die genaue Lage der Einsatzstelle war jedoch nicht bekannt.
 
Die Einsatzkräfte des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde-Wahle rückten als Rüstzug nacheinander mit HLF 20/16, ELW 1, RW 1 und TLF 16/25 nach Wierthe aus. Aufgrund der ungenauen Lage der Einsatzstelle wurde vom HLF 20/16 auf der Brücke zwischen Vechelde und Köchingen eine Lageerkundung auf Sicht durchgeführt. Es konnte jedoch keine Person im Gleisbett gesichtet werden – die Anfahrt nach Wierthe wurde fortgesetzt.
Während der weiteren Anfahrt wurden Rückmeldungen der zuerst eingetroffenen Feuerwehreinheiten gegeben – auch am Bahnübergang in Wierthe wurde keine Person gesichtet. Daher wurde der RW 1 und das TLF 16/25 zur genaueren Erkundung im Bereich der Brücke zwischen Vechelde und Köchingen eingesetzt.
 
Nach Ankunft des HLF 20/16 und des ELW 1 in Wierthe wurde das HLF 20/16 zur weiteren Erkundung am Bahnübergang Groß Gleidingen eingesetzt. Der ELW 1 verblieb vorerst in Wierthe. Die Bahnstrecke war zu diesem Zeitpunkt bereits komplett gesperrt. Auch der Nofallmanager der Bahn war vor Ort und unterstützte die Einsatzkräfte. Ebenfalls mit vor Ort waren mehrere Einheiten der (Bundes-)Polizei.
 
Kurz vor dem Anforderungs-Bahnübergang stand ein Güterzug. Der Personenzug ist bis nach Braunschweig durchgefahren – eine Angehörige der aus dem Zug gesprungenen Person wurde dort rettungsdienstlich versorgt.
 
Von den Ortsfeuerwehren Vallstedt/Alvesse, Bodenstedt und Wierthe wurden weitere Trupps zur Erkundung eingesetzt. Die Besatzung von RW 1 und TLF 16/25 kontrollierten zu Fuß den gesamten Gleisbereich zwischen dem Vechelder Bahnhof und dem Anforderungs-Bahnübergang in Wierthe. Die Besatzung des HLF 20/16 erkundete großflächig im Bereich des Bahnüberganges Groß Gleidingen.
 
Ein ebenfalls angeforderter Polizeihubschrauber unterstützte die Suchmaßmahmen mittels Wärmebildkamera aus der Luft.
 
Trotz aller eingeleiteten Suchmaßnahmen konnte keine Person gefunden werden, daher wurde die Suche abgebrochen. Alle Einsatzkräfte rückten wieder in die Feuerwehrhäuser bzw. in ihre Standorte ein.

 
 

Nach dem Einsatz am Bahnübergang in Wierthe waren die Besatzungen des HLF 20/16 und des TLF 16/25 bereits wieder zurück im Feuerwehrhaus. Einige Kameraden waren wieder auf dem Weg zur Arbeit/nach Hause. Der RW 1 wurde gerade in die Fahrzeughalle gefahren als eine Anforderung vom Gemeindebrandmeister per Funk die Einsatzkräfte erreichte – er beorderte alle noch verfügbaren Einsatzkräfte zurück nach Wierthe.
 
Auf dem Rückweg zu seinem Standort befuhr der Gemeindebrandmeister die L473 zwischen Sonnenberg und Wierthe, als ihm in Höhe der Bahnunterführung an der ehemaligen Zuckerfabrik in Wierthe eine Person aus dem Gleisbett entgegenkam. Die Person flüchtete in Richtung der alten Klärbecken der ehemaligen Zuckerfabrik.
 
Da die Einsatzkräfte zu diesem Zeitpunkt davon ausgingen das die Person in suizidaler Absicht handelt, wurde die Bahnstrecke zwischen Vechelde und Groß Gleidingen erneut voll gesperrt. Die Einsatzkräfte des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde-Wahle und die Ortsfeuerwehr Bodenstedt setzten mehrere Suchtrupps in dem gesamten Bereich der ehemaligen Klärteiche ein. Auch die Wärmebildkamera des ELW 1 wurde zur Unterstützung der Suche eingesetzt.
Da die eingesetzten Kräfte nicht ausreichten um die Fläche gründlich abzusuchen wurde die Ortsfeuerwehr Vallstedt/Alvesse nachgefordert – diese unterstützte die Suchmaßnahmen im Bereich der Aue.
 
Zum Einsatz kam wieder ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera und ein Polizeihund. Das Gebiet wurde gründlich abgesucht – es konnte jedoch wieder keine Person gefunden werden.
 
Schließlich wurde die Person von einem Bahnmitarbeiter im Stellwerk Groß Gleidingen gesichtet – die Person ging im Gleisbereich in Richtung Braunschweig. Der Mitarbeiter informierte den Notfallmanager – dieser informierte die Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei.
 
Die Einsatzkräfte verlegten daraufhin alarmmäßig den Standort in Richtung Groß Gleidingen. Die Person konnte in Verlängerung der Bahnhofstraße in Groß Gleidigen nach einem Sprint eines Feuerwehrkameraden im Gleisbett gestoppt werden.
 
Die Person wurde an die Besatzung eines Rettungswagen der Rettungswache Vechelde (ASB Peine), der für diesen Einsatz in Bereitstellung stand, übergeben. Nach einer kurzen Untersuchung konnte die Person der Bundespolizei übergeben werden.
 

Die Einsatzkräfte konnten wieder in ihre Feuerwehrhäuser bzw. Standorte einrücken. Auch die Bahnstrecke Braunschweig-Hannover bzw. Braunschweig-Hildesheim konnte nach fast dreistündiger Sperrung wieder freigegeben werden.

 
Text: Martin Hanne