Supermarkt brennt in voller Ausdehnung

Datum: Donnerstag 23.07.2015 um 01:10
Alarmierungsart: DME
Dauer: 3 Stunden 20 Minuten
Einsatzart: Brand > F2
Einsatzort: Wendezelle: Büssingstraße
Fahrzeuge: ELW 1, DLK 23/12, TLF 16/25
Weitere Kräfte: Fachgruppe Verpflegung


Einsatzbericht:

Die Alarmierung der Nachtschleife des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde-Wahle erfolgte um 01:14 Uhr aufgrund einer Nachforderung der Ortsfeuerwehren Bortfeld und Wendeburg Kernort, die bereits um 01:00 Uhr bzw. 01:09 Uhr mit dem Stichwort F1 (Feuer 1) bzw. F2 (Feuer 2) alarmiert wurden.

Die Wendeburger Kräfte wurden anfänglich zu einem Feuerschein an der L475 zwischen Wendezelle und Bortfeld alarmiert – die Erkundung ergab jedoch, dass der Rewe-Markt in Wendezelle brannte. Die Flammen schlugen den Einsatzkräften bereits aus dem Dachbereich entgegen. Daher wurden umgehend alle Ortsfeuerwehren der Gemeinde Wendeburg und die Drehleitergruppe des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde-Wahle nachgefordert.

Die Einsatzkräfte des Feuerwehrschwerpunktes rückten mit der Drehleitergruppe, bestehend aus ELW 1, DLK 23/12 und TF 16/25, zur Einsatzstelle aus. Nach einer Anfahrt von ca. 10 Kilometern traf die Drehleitergruppe gegen 01:30 Uhr an der Einsatzstelle an. Die Anfahrt war bereits ab dem Ortsausgang Bortfeld auf Sicht möglich – der rote Hahn war deutlich im Nachthimmel erkennbar.

Vor Ort ging der Zugführer umgehend zu Erkundung/Einweisung vor. Um nach dem Erhalt des Einsatzauftrages schnell die Brandbekämpfung aus dem Korb aufnehmen zu können, rüstete sich in dieser Zeit der Drehleiterführer bereits mit einem Atemschutzgerät aus.

Zu diesem Zeitpunkt waren Teile des Daches im südöstlichen Teil des Gebäudes bereits eingestürzt. Der Eingangsbereich stand in Flammen – das Gebäude brannte also in voller Ausdehnung. Die Wendeburger Einsatzkräfte hatten bereits mehrere B- und C-Rohre im Außenangriff eingesetzt. Des Weiteren wurde eine Wasserversorgung von mehreren Wasserentnahmestellen aufgebaut.

Der Zugführer der Drehleitergruppe erhielt folgenden Einsatzauftrag: Die Brandbekämpfung über das Wenderohr der Drehleiter im nordwestlichen Teil des Gebäudes einzuleiten und die Ausbreitung auf den noch nicht betroffen östlichen Techniktrakt zu verhindern.
Die Drehleiter befuhr den Parkplatz und wurde einige Meter vom Gebäude entfernt auf Höhe der Gebäudemitte in Stellung gebracht. Imposant war der Einsturz der in Flammen stehend Überdachung im Eingangsbereich kurz nach dem die Drehleiter diese Stelle passiert hatte. Das Tanklöschfahrzeug und der Einsatzleitwagen wurden ebenfalls auf dem Parkplatz in Stellung gebracht.

Der immer wieder in Ausbildungsdiensten geübte schnelle Aufbau der Drehleiter für den Wenderohreinsatz zahlte sich aus. Schnellstens bauten die Einsatzkräfte des Tanklöschfahrzeuges und Drehleiter eine Wasserversorgung zur Drehleiter auf und installierten das Wenderohr mit allen benötigten Komponenten am Rettungskorb bzw. am Leiterpark.
Die Wasserversorgung zum Tanklöschfahrzeug wurde von den Wendeburger Kräften hergestellt.

Der Rettungskorb mit dem Korbführer wurde danach umgehend vom Drehleitermaschinisten in Richtung des Feuers gefahren. In dieser Zeit legte der Drehleiterführer sein Atemschutzgerät ab und schraubte einen Kombinationsfilter an die Atemschutzmaske – dadurch war ein angenehmerer/leichteres und längeres Arbeiten im Korb möglich.
Der Korbführer übernahm wieder die Steuerung des Leiterparks und begann mit der Brandbekämpfung mittels Wenderohr. Die Wasserversorgung für das Tanklöschfahrzeug war zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausreichend – daher war bereits nach 2 Minuten der Löschmittelbehälter leer und die Brandbekämpfung musste abgebrochen werden.

Die Drehleiter wurde zurück genommen und auf eine ausreichende Wasserversorgung über zwei B-Leitungen gewartet. Diese Zeit wurde genutzt um am Rettungskorb noch zwei 1000 Watt-Strahler, zur Ausleuchtung von oben, zu installieren.

Nach ca. 10 Minuten stand eine stabile Wasserversorgung, so dass die Brandbekämpfung wieder aufgenommen werden konnte.

Über 1200 Litern Löschwasser pro Minute wurden über das Wenderohr auf die Brandherde gespritzt. Im östlichen Bereich konnte die brennende Dachkonstruktion schnell abgelöscht werden. Der mit einer Brandmauer geschützte Technikbereich konnte erfolgreich gehalten werden – jedoch entstand auch dort Schaden durch Brandrauch.
Von der Besatzung des TLF wurde im weiteren Verlauf noch der Wasserwerfer eingesetzt. Nach kurzer Zeit wurde der Einsatz des Werfers beendet und ein C-Rohr und ein B-Rohr im Außenangriff eingesetzt.
Ein Außenrolladen wurde mittels Einreißhaken und eine Außentür mittels Brechstange und Force-Rettungsgerät gewaltsam geöffnet.

Im östlichen Bereich wurde, um eine Brandausbreitung auch weiterhin zu verhindern, die feuerbeständige Wand immer wieder über das Wenderohr gekühlt. Dazu wurden auch Dachziegel im direkt angrenzenden Bereich über das Wenderohr mit einem gezielten Strahl „weggeschossen“:

Nach ca. einer Stunde Arbeitszeit aus dem Rettungskorb heraus wurde die Brandbekämpfung mit dem Wenderohr unterbrochen. Mit einem C-Rohr wurden gezielt Brandnester aus dem Rettungskorb heraus abgelöscht. Der Drehleiterführer wurde während des Einsatzes getauscht – die thermische Belastung für Material und Einsatzkraft war gerade in der Anfangszeit enorm.

Während des Einsatzes wurden die Einsatzkräfte von der ebenfalls alarmierten Verpflegungsgruppe der Ortsfeuerwehren Köchingen und Vechelade versorgt.

Um 04:22 Uhr wurde in Absprache mit dem Einsatzleiter und dem Abschnittsleiter die Drehleitergruppe aus dem Einsatz entlassen.

Die Einsatzkräfte machten die Fahrzeuge fahrbereit und rückten in das Feuerwehrhaus ein. Nach dem wieder einsatzbereit machen der Fahrzeuge waren die letzten Einsatzkräfte des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde-Wahle gegen 05:00 Uhr wieder zu Hause.

Text: Martin Hanne