Bewusstlose Person in 5 Metern Höhe

Datum: Donnerstag 16.06.2016 um 12:40
Alarmierungsart: DME
Dauer: 1 Stunde 50 Minuten
Einsatzart: Hilfeleistung > PHT
Einsatzort: Eisenbahnbrücke zwischen Wierthe und Groß Gleidingen
Fahrzeuge: ELW 1, HLF 20/16, DLK 23/12, RW 1
Weitere Kräfte: Köchingen, Vallstedt-Alvesse, Wierthe


Einsatzbericht:

Bewusstlose Person von einer 5 Meter hohen Eisenbahnbrücke gerettet.

Mit dem Stichwort PHT und der Bemerkung „Person aus Höhe/Tiefe“ wurden die Kameradinnen und Kameraden des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde-Wahle, zusammen mit den Ortsfeuerwehren des Bereiches Süd, einem Rettungswagen der Rettungswache Vechelde (ASB Peine) und dem Notarzteinsatzfahrzeug aus Peine (ASB Peine), von der Integrierten Regionalleitstelle Braunschweig/Peine/Wolfenbüttel alarmiert.

Laut einer ersten Meldung der Leitstelle sollte sich auf einer Brücke zwischen Wierthe und Groß Gleidingen eine bewusstlose Person in einer Höhe von ca. 5 Metern befinden.

Die alarmierten Einsatzkräfte des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde-Wahle rückten mit dem ELW 1, HLF 20/16, DLK 23/12 und RW 1 zur Einsatzstelle aus. Das Auffinden der Einsatzstelle gestaltete sich zunächst etwas schwierig, nach Hinweisen von Passanten konnte die Einsatzstelle dann doch schnell gefunden werden.

Beim Eintreffen der Einheiten des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde-Wahle waren bereits die Ortsfeuerwehren Wierthe und Köchingen, der Rettungswagen sowie Einheiten der Polizei vor Ort.

Folgende Lage wurde vom Zugführer Vechelde-Wahle vorgefunden:
Auf einer stählernen Eisenbahnbrücke über dem Stichkanal nach Salzgitter lag auf einer Wartungsgasse in ca. 5 Metern Höhe eine bewusstlose Person. Die Person wurde bereits durch eine Polizeibeamtin und einem Feuerwehrkameraden der Ortsfeuerwehr Köchingen betreut. Die Bahnstrecke Braunschweig-Hannover war bereits gesperrt.

Da die Oberleitung noch nicht abgeschaltet und geerdet war erfolgte zunächst keine rettungsdienstliche Versorgung.

In Absprache mit den anderen vor Ort befindlichen Ortsfeuerwehren übernahm der Zugführer des Feuerwehrschwerpunktes die Einsatzleitung. In einer kurzen Absprache mit dem Drehleiterführer wurde die Rettung der Person abgesprochen. Nach der Absprache ging der als Rettungsassistent ausgebildete Drehleiterführer über eine an der Brücke montierten Aufstiegshilfe zur bewusstlosen Person vor. Das Vorgehen und die Sicherung der Person erfolgten immer unter Einhaltung des Mindestsicherheitsabstandes von 1,5 Metern zur anfangs noch stromführenden Oberleitung.

Zur Überwachung der Vitalparameter der bewusstlosen Person wurde das EKG des Rettungswagens auf die Brücke geholt und durch den Feuerwehr-Rettungsassistenten eingesetzt – die Person war kreislaufstabil. Die Kommunikation mit dem auf der Brücke anwesenden Rettungsdienstpersonal funktionierte dabei sehr gut. Die Polizeibeamtin und der Kamerad der Feuerwehr Köchingen wurden im Verlauf durch andere Einsatzkräfte abgelöst. Des Weiteren wurden weitere Einsatzkräfte zur Unterstützung auf der Brücke eingesetzt.

Zeitgleich wurde durch den Einsatzleiter der Fachzug Bahnerden der Gemeidefeuerwehr Lengede nachgefordert. Der Notfallmanager der Bahn war ebenfalls bereits auf der Anfahrt.

Bereits nach kurzer Zeit war die Oberleitung freigeschaltet. Nach dem Eintreffen des Notfallmanagers der Bahn AG wurde eine erste Erdungsstange vor der Bahnbrücke gesetzt. Bis zum Eintreffen des Fachzuges Bahnerden wurde die technische Rettung vorbereitet. Nach der Ankunft des Fachzuges (Ortsfeuerwehren Barbecke und Woltwiesche) wurde eine zweite Erdungsstange auf der anderen Seite der Brücke gesetzt.

Nach dem Setzen der Erdung wurde die Schleifkorbtrage mittels zweier Feuerwehrleinen auf die Brücke gezogen. Zeitgleich wurde eine vierteilige Steckleiter als schräge Ebene in Stellung gebracht. Es erfolgte eine Umlagerung der Person in die Schleifkorbtrage. Danach wurden weitere Führungsleinen befestigt. Die Platzverhältnisse auf der Brücke waren dabei sehr beengt. Die Schleifkorbtrage musste über ein Geländer gehoben werden und anschließend auf die Steckleiter geführt werden. Danach wurde die Schleifkorbtrage über die „Leiterrutsche“ langsam hinab gelassen.

Auf der Brücke erfolgte die Übergabe an den Rettungsdienst. Dieser versorgte die Person und brachte sie in Begleitung des Notarztes in ein Krankenhaus.

Nach dem Rückbau aller Einsatzgerätschaften konnten die Bahnstrecke an den Notfallmanager übergeben werden – dieser leitete die Wiederfreigabe der Bahnstrecke ein.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr rückten wieder in ihre Feuerwehrhäuser ein.

Text: Martin Hanne