Brandgeruch in Mehrfamilienhaus

Datum: Montag 27.03.2017 um 09:17
Alarmierungsart: DME
Dauer: 46 Minuten
Einsatzart: Brand > F2
Einsatzort: Vechelde, Am Schützenplatz
Fahrzeuge: ELW 1, HLF 20/16, DLK 23/12


Einsatzbericht:

Eine Person aus verrauchter Wohnung gerettet.

Rauchmelder retten leben … – wenn sie installiert sind!

Seit dem 3. April 2012 sind sie verbindliche vorgeschrieben: Rauchwarnmelder in Wohnungen. Gemäß § 44 der Niedersächsischen Bauordnung müssen in Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, Rauchwarnmelder installiert sein. Diese müssen so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird.

Das haben die Einsatzkräfte des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde/Wahle bei einem Einsatz am 27. März anders vorgefunden: Völlig verraucht war eine Wohnung in der Straße Am Schützenplatz in Vechelde. Ursache waren Gegenstände auf dem Küchenherd die dort schmorten. Der Brandrauch konnte allerdings nicht detektiert werden – in der Wohnung gab es zwar Halterungen für Rauchwarnmelder … – aber, keine Melder!

Um 09:17 Uhr alarmierte die Integrierte Regionalleistelle den Feuerwehrschwerpunkt Vechelde/ Wahle. Die Einsatzkräfte rückten mit Einsatzleitwagen, Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug und Drehleiter aus. Auch der Gemeindebrandmeister und sein Stellvertreter fuhren die Einsatzstelle an. Die Erkundung der Einsatzstelle durch den Zugführer brachte schnell die Erkenntnis, dass sich die Mieterin noch in der Wohnung befinden muss. Da selbst das besonders starke „Feuerwehrklopfen“ nicht dazu führte, dass den Einsatzkräften die Wohnungstür geöffnet wurde, musste die Wohnung mit Sperrwerkzeug zerstörungsfrei geöffnet werden. Ein mit Pressluftatmern ausgerüsteter Trupp erkundete die Wohnung. Die 45-jährige Mieterin, die gerade im Schlafzimmer aufgewacht war, wurde aus der Wohnung geführt und der Besatzung eines Rettungswagens übergeben. Es bestand der Verdacht einer Rauchgasintoxikation, deshalb erfolgte der Transport in ein Krankenhaus.

Mittels eines Überdruckbelüftungsgerätes wurde die Wohnung vom Rauch befreit. Brandursache war der eingeschaltete Küchenherd. Eine auf dem Kochfeld liegende Glasplatte und eine darauf abgestellte Glasschüssel mit Kunststoffrand platzten aufgrund der starken Hitze. Der schmelzende Kunststoff sorgte für die starke Verrauchung der Wohnung. Insofern hat die Mieterin Glück gehabt: Durch den schnellen Einsatz der ehrenamtlich tätigen Einsatzkräfte aus Vechelde und Wahle konnte Leben gerettet werden. Funktionierende bzw. installierte Rauchwarnmelder hätten die Mieterin allerdings rechtzeitig geweckt!

Text: Michael Hanne