Unwettereinsatz: Wasserschaden

Datum: Mittwoch 26.07.2017 um 07:35
Alarmierungsart: DME
Dauer: 6 Stunden 34 Minuten
Einsatzart: Hilfeleistung > WS
Einsatzort: Wahle, 2. Rodeweg
Fahrzeuge: ELW 1, HLF 20/16, TLF 16/25, RW 1
Weitere Kräfte: Bettmar, Köchingen, Sierße-Fürstenau, Vechelade


Einsatzbericht:

2.000.000 Liter Wasser bedrohen Umspannwerk Wahle


Aufgrund der anhaltenden starken Regenfälle staute sich in Kabelkanälen auf dem Gelände des Umspannwerkes Wahle Wasser. In dem laut Mitarbeiterangaben ca. 2 Kilometer langen Kanalsystem befanden sich somit ca. 2.000.000 Liter Niederschlagswasser. Dieses drückte auf Kabeldurchführung in ein Schaltgebäude. Die Kabeldurchführungen hielten dem hohen Druck nicht stand und das Wasser drückte in den Keller des Gebäudes. Die Mitarbeiter einer Firma die mit Arbeiten im Umspannwerk beauftragt waren, stellten den Wassereinbruch fest und alarmierten die Feuerwehr.

Mit dem Stichwort U 10 (Unwettereinsatz Wasser) und der Bemerkung „Umspannwerk droht zu überfluten“ wurden die Kameradinnen und Kameraden des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde-Wahle von der Integrierten Regionalleitstelle Braunschweig/Peine/Wolfenbüttel alarmiert.

Die Einsatzkräfte rückten mit HLF 20/16 und ELW 1 zur Einsatzstelle aus. Das TLF 16/25 wurde zur Erkundung zu einer Paralleleinsatzstelle in Vechelde eingesetzt. Dort musste die Feuerwehr nicht tätig werden, so dass auch dieses Fahrzeug das Umspannwerk anfuhr.

Vor Ort wurden die Einsatzkräfte von den Mitarbeitern in Empfang genommen und in das Schaltgebäude geführt. Vor ca. einem Jahr fand eine ausführliche Objektbegehung statt – dies erwies sich als sehr hilfreich. Die Einsatzkräfte wurden auf die bestehenden Gefahren auf dem Gelände des Umspannwerkes hingewiesen.

Zur Beseitigung des Wasserschadens im Gebäude wurden anfangs eine Tauchpumpe und eine Abwassertauchpumpe eingesetzt. Bereits nach wenigen Minuten wurde deutlich, dass die Pumpenleistung der beiden Pumpen von 1.800 l/min nicht ausreichen wird. In Absprache mit dem ebenfalls an der Einsatzstelle eingetroffenen Gemeindebrandmeister wurden die Ortsfeuerwehren Bettmar und Sierße/Fürstenau angefordert.

Nach dem Eintreffen der weiteren Einheiten an der Einsatzstelle wurden folgende Maßnahmen eingeleitet:

  • Einsatz einer weiteren Tauchpumpe in einem weiteren Gebäude – dort befand sich ebenfalls Wasser im Keller.
  • Einsatz einer Tragkraftspritze im Außenbereich – Im Bereich der Kabelkanäle.

Das von der Tragkraftspritze geförderte Wasser wurde über einen Behelfswasserwerfer auf einer entfernten Freifläche „verrieselt“.
Da auch die um ca. 1.000 Liter auf 2.800 l/min gesteigerte Pumpenleistung nicht ausreichte wurden weitere Maßnahmen eingeleitet:

  • Einsatz einer weiteren Tauchpumpe im Keller des Schaltgebäudes.
  • Einsatz der Feuerlöschkreiselpumpe des TLF 3000 der Feuerwehr Bettmar.

Die Pumpenleistung konnte so nochmals gesteigert werden und betrug bis zu 5.000 l/min. Trotz dieser großen Leistung war eine längere Arbeitszeit absehbar. Daher wurde die Verpflegungsgruppe der Ortsfeuerwehren Köchingen und Vechelade angefordert. Diese versorgte die Einsatzkräfte mit warmen und kalten Getränken und Speisen.

Im Verlauf der Pumparbeiten wurden die Pumpen mehrfach umgesetzt um eine optimale Förderleistung zu gewährleisten.

Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Fremdfirma und der Betreiberfirma TenneT verlief reibungslos und vorbildlich. Aufgrund des schnellen Einsatzes der Feuerwehrkräfte bestand keine Gefahr, dass die Schaltanlagen beschädigt werden. Ein Ausfall des Umspannwerkes war nicht abzusehen – die wichtigsten Schaltanlagen befinden sich in einer größeren Höhe und waren somit vor dem Wasser geschützt. Nach dem die Kabeldurchführungen „freigelegt“ waren, wurden diese durch einen Mitarbeiter der Firma TenneT mit speziellem Dichtschaum neu abgedichtet.

Der Einsatz war nach ca. 7 Stunden beendet – in diesem Zeitraum wurden ca. 1.800.000 Liter Wasser abgepumpt. Das restliche Wasser wurde durch Pumpen der eingesetzten Firmen im weiteren Tagesverlauf abgepumpt. Nach Aufräum- und Reinigungsarbeiten rückten die Einsatzkräfte wieder in das Feuerwehrhaus ein.

Text: Martin Hanne