Großfeuer in Vechelde: Brand in einem Geräteschuppen griff auf das Dach eines Wohngebäudes über

Am Freitag, um 14:29 Uhr alarmiert die Integrierte Regionalleitstelle den Löschzug des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde/Wahle und den Feuerwehrstützpunkt Bettmar mit dem neuen Einsatzstichwort „Brand 2“ zu einem gemeldeten Garagenbrand im Theodor-Heuss-Weg in Vechelde. Am Montag davor hatten die beiden Wehren noch das Zusammenwirken bei derartigen Einsätzen im Rahmen einer Alarmübung in Bettmar geübt – nun der Realeinsatz.

Der dem Löschzug mit dem Einsatzleitwagen vorausfahrende Ortsbrandmeister konnte bereits auf der vom Brandrauch eingenebelten Albert-Schweitzer-Straße feststellen, dass es sich um ein größeres Brandereignis handelt. Vorgefunden wurde dann tatsächlich ein Geräteschuppen hinter einem Carport im Vollbrand. Das Feuer hatte sich bereits auf den Carport, dort gelagertes Brennholz, die Fassade des Wohnhauses und die Dacheindeckung ausgebreitet. Die Erkundung der Gebäuderückseite führte zu der Erkenntnis, dass dort das Feuer auf einen Freisitz übergegriffen hatte – dort brannten eine Markise, Möbel und die Bedachung. Damit aber noch nicht genug, von dort aus war das Feuer über den Traufenkasten unter die Dacheindeckung in Dachzwischenräume des Einfamilienhauses gelaufen. Es kam zu einer erheblichen Rauchentwicklung, die selbst von der Besatzung des auf einem Rückflug befindlichen Rettungshubschrauber Christoph 30 aus großer Entfernung erkannt wurde und dazu führte, das beim Eintreffen der Einsatzkräfte der Rettungshubschrauber über dem Einsatzort kreiste.

Von der Besatzung des Löschgruppenfahrzeuges wurden sofort zwei Trupps unter Atemschutz zur Brandbekämpfung eingesetzt. Vom Tanklöschfahrzeug der Ortsfeuerwehr Bettmar wurde die Drehleiter mit Löschwasser versorgt und ebenfalls ein Rohr auf der Gebäuderückseite vorgenommen. Ein drittes Rohr wurde durch das Carport in den Geräteschuppen vorgenommen. Dort konnte das Feuer schnell gelöscht werden.

Eine besondere Herausforderung hatte die Drehleiterbesatzung zu bewältigen. Aufgrund der sehr schmalen Zufahrt/Aufstellfläche konnte der Leitersatz erst zum Objekt gedreht werden, nachdem mit einer akkubetriebenen Säbelsäge Buschwerk hinter einer Gartenmauer beseitigt worden war.

Kritisch wurde die Situation, als die Rauchentwicklung aus den Spitzboden des Wohnhauses immer intensiver wurde und die Durchzündung des Daches drohte. Deshalb hat der Einsatzleiter weitere Atemschutzgeräteträger und eine zweite Drehleiter zwecks allseitiger Abdeckung der Dachfläche von der Feuerwehr Braunschweig angefordert. Aufgrund dieser Nachforderung wurden von der IRLS die Wehren Vechelade und Köchingen alarmiert. Da diese Wehren die angeforderte Anzahl von Atemschutzgeräteträgern der Einsatzstelle nicht zuführen konnten, musste auch noch der Feuerwehrstützpunkt Denstorf/Kl. Gleidingen hinzugezogen werden.

Aufgrund der „taktischen Ventilation“ des Objektes mit zwei Druckbelüftungsgeräten, der ständigen Beobachtung des Spitzbodens durch einen Atemschutztrupp von der Bodentreppe aus und der teilweisen Aufnahme der Dachhaut durch den Korbführer der Drehleiter, konnte ein drohender Flashover (=Durchzündung) verhindert werden. Insgesamt wurden zeitweise 4 C-Rohre im Außen- und Innenangriff und ein C-Rohr vom Korb der Drehleiter aus vorgenommen. Damit wird in der Einsatzstatistik dieses Brandereignis als Großfeuer geführt.

18 Atemschutzgeräteträger mussten tätig werden, zuletzt ein Trupp der Ortsfeuerwehr Denstorf/Kl. Gleidingen kriechend im Bereich des Spitzbodens. Als Sicherungstrupps standen weiter Atemschutztrupps der Ortsfeuerwehr Denstorf/Kl. Gleidingen einsatzbereit zur Verfügung. Ebenso in Bereitstellung blieb die die Drehleitergruppe der Berufsfeuerwehr Braunschweig. Beim Eintreffen dieser Einheit war die Flashover-Gefahr nicht mehr gegeben – die Situation mit den Kräften der Feuerwehr Vechelde beherrschbar. Diese Einheit konnte schnell wieder entlassen werden.

Die Besatzung des Einsatzleitwagens des Feuerwehrschwerpunktes führte das Einsatzgeschehen als Befehlsstelle unter der Gesamtleitung des Ortsbrandmeisters. Hier wurde der Kontakt zur Integrierten Regionalleitstelle gehalten und die Anfahrt der nachalarmierten Einheiten zur Einsatzstelle koordiniert und die Einsatzdokumentation durchgeführt.

Zur rettungsdienstlichen Absicherung der Einsatzstelle stand ständig ein Rettungswagen in Bereitstellung, die Ortsfeuerwehren Köchingen ergänzte die Getränkeversorgung der freundlichen Nachbarn und gab Einsatzverpflegung an die insgesamt 60 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Vechelde aus. Die Brandursachenermittlung wurde von der Polizei aufgenommen.

An dieser Einsatzstelle fiel positiv die Hilfsbereitschaft der Nachbarn auf und dass kein Schaulustiger die Löscharbeiten behindert hat. Einzig ein den Einsatzleiter anschreiender Nachbar, der wütend mehrfach die Frage nach dem Verbleib der Feuerwehr stellte, musste darüber aufgeklärt werden, dass wir Feuerwehrmitglieder unsere Arbeit ehrenamtlich verrichten und natürlich erst nach der Alarmierung – meist von zuhause aus – das Feuerwehrhaus erreichen müssen (der Verkehr war dicht und staute sich beispielsweise vor dem Kreisel am Feuerwehrhaus). Trotzdem waren wir bereits 7 Minuten nach der Alarmierung mit den ersten Kräften am Einsatzort, die weiteren Einsatzfahrzeuge folgten kurz danach – schneller geht das leider nicht!